03.01.2017 – Zweitwohnungen sind ein Auslaufmodell

Seit einem Jahr ist das Zweitwohnungsgesetz in Kraft, das in den meisten Tourismusgebieten den Bau neuer Ferienwohnungen unterbindet. Nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative der Fondation Franz Weber und von Helvetia Nostra im März 2012 rechnete man damit, dass mit dem sinkenden Angebot die Preise steigen würden. Doch es kam anders.

Die Zweitwohnungen sind günstiger geworden, egal in welchem Segment, wie der gestrige Beitrag der Tagesschau von SRF aufzeigt. Seit Annahme der Zweitwohnungsinitiative sinken die Preise für Ferienimmobilien. So sind die Preise in Adelboden und Verbier um 16 Prozent, in Elm um 23 und in Zermatt und St.Moritz um 12 Prozent gesunken. 

Der Trend erklärt sich dadurch, dass bei den Eigentümern von Zweitwohnungen oft nur wenige oder keine Nachkommen da sind. Die neue Eigentümergeneration will die Liegenschaft nicht und bringt sie als Secondhand-Objekt auf den Markt. Dieser ist gesättigt, das Angebot grösser als die Nachfrage. Die Preise sinken. 

Gefragt sind neue Modelle mit Dienstleistungen. Während die Eigentümer weg sind, wird die Wohnung weitervermietet, die Betten bleiben warm. Dies spart den Eigentümern viel Geld und der Landschaft viel Land. Denn so müssen keine neuen Zweitwohnungen gebaut werden.

Wohl möglich, dass schon bald eine Zeit kommt, wo die Kritiker aus den Berggebieten der Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra für die geglückte Zweitwohnungsinitiative dankbar sein werden. Denn wirtschaftlich gesehen ist eine nicht gebaute Zweitwohnung zweifellos das kleinere Desaster, als eine, die dann leer, unverkauft und ungenutzt in der Landschaft steht.