04.12.2016 – Wie die Elektrizitätswerke die Förderung von Solarstrom sabotieren

Eine Umfrage des «Kassensturz» von SRF zeigt: Viele kleine Stromproduzenten bekommen für ihren Solarstrom vom Elektrizitätswerk weniger als sie selbst bezahlen müssen, wenn sie Strom vom EW beziehen. Fondation Franz Weber kritisiert die Dumping-Preise scharf.

Besonders knausrig sind BKW im Kanton Bern, CKW in der Zentralschweiz und EKS in Schaffhausen. Für Fondation Franz Weber (FFW) ist klar: Damit wird der Anreiz zum Bau neuer Solaranlagen sabotiert. Wen soll es da noch wundern, dass die Schweiz in Sachen Solarstrom in Europa trauriges Schlusslicht ist und wohl auch bleibt?

Denn 2017 müssen viele Besitzer von Solaranlagen im Kanton Bern neu kalkulieren. Der Stromversorger BKW muss zwar allen Kleinproduzenten den Photovoltaik-Strom abkaufen. Aber der Preis wird im nächsten Jahr massiv sinken: Von bisher bis zu 11,5 Rappen auf neu 4 Rappen pro Kilowattstunde.

Grund für diese drastische Senkung ist ein skandalöser Grundsatzentscheid der Elektrizitätskommission ElCom vom April. Demnach dürfen sich Elektrizitätswerke bei der Vergütung von Solarenergie am zeitgleichen Bezugspreis von «Graustrom» orientieren. Graustrom ist Strom unbekannter Herkunft, oft aus Kohle und Gas.

Von der massiven Senkung der Vergütungen sind im Kanton Bern Tausende betroffen. David Stickelberger vom Fachverband für Sonnenenergie Swissolar spricht gegenüber dem «Kassensturz» von SRF von «Dumping-Preisen». Inzwischen sei der Strompreis massiv gesunken, entschuldigen die Schweizer Stromriesen ihre Sabotage der Solarstromförderung im «Kassensturz».

Damit wird für FFW einmal mehr gleich noch eines entlarvt: Das Angstmach-Märchen der «Stromlücke», mit welchem dieselben Energieriesen während Jahren die Schweizer Konsumenten in die Irre führten.

Denn der aktuell «massiv gesunkene Strompreis» hat ja wohl kaum mit Strommangel am Energiemarkt zu tun. Sondern vielmehr damit, dass die Schäfchen noch möglichst lange auf Atom- statt auf Solarstrom setzen mögen. Traurige Tatsachen eine Woche nach Ablehnung der Atomausstiegsinitiative durch das Schweizer Stimmvolk. 

Beitrag dazu auf SRF (auch Videos beachten)