05.10.2017 – Wallis: Brutale Tötung von Murmeltieren

Mit Schauermärchen und abstrusen Begründungen rechtfertigen einige Walliser Zeitgenossen einmal mehr ihre Selbstjustiz zur Tötung von Wildtieren. Die Fondation Franz Weber verurteilt die teils äusserst brutalen Dezimierungs-Aktionen von Murmeltieren im Kanton Wallis mit aller Schärfe.

Erst Mitte September sind zwei Bauern unter anderem wegen Tierquälerei zu einer Geldstrafe von über 3000 Franken verurteilt worden. Dies schreibt der «Walliser Bote». Am 30. Mai übten Schafzüchter, die in Findeln VS mehrere Parzellen bewirtschaften, Selbstjustiz. Sie zündeten auf einer ihrer Wiesen in neun Murmeltierbauten Feldmauspatronen. Damit die Tiere nicht aus ihren Höhlen entweichen konnten, schütteten sie die Ausgänge mit Erde zu. Das für Nager giftige Gas dringt bis zu den hintersten Gängen ihrer Bauten vor und tötet die Tiere qualvoll.

Der ehemalige Tierpfleger Silvio Loosli aus Randa VS ist empört, wie mit den Tieren umgegangen wird: «Ich kam oft mit Touristen in die Gegend, um die Murmeltiere zu bestaunen. Durch die Zivilisation wurden sie immer tiefer ins Tal getrieben. Jetzt werden sie abgeschossen, Bauern räuchern ihre Bauten aus, auch werden die Tiere mit Glasscherben traktiert, die ihnen vor die Ausgänge und Fluchtwege gelegt werden; das ist absurd», so der Tierschützer.

Derweil klagt man in gewissen Gebieten des Wallis, etwa in Zermatt, die Murmeltiere seien zur Plage geworden. «In gewissen Gegenden ist es akut», sagt die Zermatter Gemeindepräsidentin Romy Biner-Hauser zum «Blick»: «In Zermatt kommen die Tiere bis zum Dorf.» Teilweise kursieren abstruse Schauermärchen: Er habe gerade noch zwei seiner Lämmer aus dem Loch eines Murmelibaus retten können, meint ein Bauer ebenfalls zum «Blick». «Monster-Mungge», die veritable Riesenhöhlen graben? Das Lachen bleibt einem angesichts der Walliser Selbstjustiz-Mentalität allerdings im Hals stecken.

Beispiel Zermatt, das für zahlreiche weitere Gemeinden im Wallis steht: Zuerst sich mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen und anderen Bauten immer weiter in die Berglandschaft, also in den Lebensraum der Murmeltiere ausdehnen, und dann über eine «Plage» dieser Tiere klagen. Diese Logik zynisch. Besonders absurd: Es ist auch die Klage zu hören, die natürlichen Feinde der Murmeltiere fehlten. Kein Wunder, wenn gewisse Walliser in eigenmächtiger Wildwestmanier jeden Wolf, jeden Luchs und jeden Adler abschiessen oder vergiften (und sich auch noch öffentlich damit brüsten.

Die Fondation Franz Weber verurteilt die weitverbreitete, eigenmächtige Walliser «Wildtiertötungs-Mentalität» in aller Schärfe.

Artikel dazu im «Blick»