05.11.2016 – CITES: Erfolgreiche Konferenz für viele bedrohte Arten

Die CITES-Konferenz in Johannesburg hat für eine ganze Reihe bedrohter Arten bedeutende Fortschritte gebracht.

Zehn Tage hartes Ringen für den Artenschutz. In Johannesburg, Südafrika, fand im September/Oktober die 17. Mitgliedsstaatenkonferenz der CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten) statt (siehe Beiträge zum Engagement der Fondation Franz Weber für die Elefanten und den Banggai-Kardinalfisch in diesem Journal). Nachfolgend eine Auflistung der wichtigsten Erfolge.

Säugetiere

Schuppentier
Die gnadenlose Verfolgung ihres Fleischs und ihrer Schuppen wegen, bringt die Schuppentiere an den Rand der Ausrottung. Nun sind alle Arten in Anhang I gelistet.

Berberaffe
Schluss mit deren Verkauf aus Nordafrika für bis 2000 Euro und mehr nach Europa. Berberaffen wurden von Anhang II auf Anhang I hochgestuft.

Breitmaulnashorn
Swasilands Lamento, den Handel mit Rhinohorn wieder zuzulassen, wurde mit überwältigendem Mehr abgeschmettert. Das Breitmaulnashorn bleibt in Anhang I.

Löwe
Der Antrag, die Löwen von Anhang II auf Anhang I hochzustufen, wurde sistiert. Knochen, Krallen, Schädel und Zähne von Löwen dürfen aber nicht mehr gehandelt werden. Der westafrikanische Löwe ist am Aussterben. Die CITES bleibt untätig.

Vögel

Wanderfalke
Er bleibt in Anhang I, trotz eines Komplotts dagegen von Kanada und arabischen Ländern.

Graupapagei
Mit dessen millionenfachem Handel ist es vorbei. Er steht nun in Anhang I.

Reptilien und Amphibien

«Psychedelischer Gecko»
Wegen seiner Farben wurde das nur in einem winzigen Gebiet in Vietnam lebende endemische Tier für bis zu 3500 Euro gehandelt. Jetzt steht es in Anhang I.

Weitere Reptilien
Der Himmelblaue Zwergtaggecko und die Chinesische Krokodilschwanzechse sind neu ebenfalls in Anhang I aufgeführt, während der Afrikanische Zwergchamäleon und Madagaskars grossäugige Geckos nun in Anhang II stehen.

Amphibien
Der internationale Handel mit dem Südlichen Tomatenfrosch, dem Madagassischen Grünfrosch und dem Hongkong Warzenmolch ist durch die Anhang-II-Listung neu streng geregelt, während der Handel mit Süsswasserfröschen vom Titicacasee neu ganz verboten ist (Anhang I)

Meerestiere

Seiden- und Fuchshaie, deren Flossen sehr begehrt sind, haben neu eine Anhang-II-Listung.

Der Handel mit allen 9 Arten von Manta-Rochen, deren Kiemen vor allem in China gefragt sind, wird reglementiert.

Der Orange-Prachtkaiserfisch, begehrt in der Aquaristik, untersteht neu Anhang II.

Auch die «Perlboote» (Nautilus) aus dem Indo-Pazifik, wegen ihrer Gehäuse verfolgt, sind neu in Anhang II eingetragen.

Pflanzen

Drei Arten des Bubinga-Baums und eine Baumart des Pterocarpus fanden Eingang in Anhang II, ebenso wie der Elefantenfuss und der Wilde Ingwer

Ein grosser Erfolg für die tropischen Regenwälder bedeutet die Listung sämtlicher 304 Arten von Rosenholz unter Anhang II, ausser Rio-Palisander: diese Rosenholzart untersteht seit 1992 CITES-Anhang I.

Was bedeuten CITES-Anhang I und II?
Anhang I enthält vom Aussterben akut bedrohte Arten. Internationaler Handel mit diesen Arten für kommerzielle Zwecke ist verboten.
Unter Anhang II verzeichnete Arten sind noch nicht vom Aussterben bedroht, könnten es aber werden. Diese Arten dürfen nur mit einer wissenschaftlich begründeten Genehmigung des Ursprungslandes aus- und eingeführt werden.