07.01.2017 – Tilikums Tod steht für die Grausamkeit der Aquarienindustrie

Der Tod des gestern Freitag im «SeaWorld» verendeten Schwertwals «Tilikum» steht ein weiteres Mal symbolisch für den Zynismus der Aquarienindustrie. Diese geht für den Profit buchstäblich über Leichen. Der durch die Gefangenhaltung traumatisierte Orca hatte drei Menschen getötet.

«Nach einem tragischen Leben in langer Gefangenschaft ist der Orca Tilikum am Freitag im Vergnügungspark SeaWorld in Orlando im US-Bundesstaat Florida gestorben.» So bringt es der «Blick» auf den Punkt. Der Schwertwal wurde 36 Jahre alt.

Zuvor habe Tilikum seit Monaten an einer Lungenentzündung gelitten. Der Orca war im Laufe seiner Jahrzehnte währenden Gefangenschaft in mehrere Zwischenfälle verwickelt, bei denen insgesamt drei Menschen getötet wurden.

Im Jahr 2010 war der Orca auf tragische Weise bekannt geworden, als er seine Trainerin Dawn Brancheau im SeaWorld tötete. Bereits 1991 hatte er in einem kanadischen Freizeitpark eine Biologiestudentin getötet, die ausgerutscht und in sein Becken gefallen war. 1999 wurde unter mysteriösen Umständen ein Mann tot in seinem Becken aufgefunden, der sich offenbar über Nacht eingeschlichen hatte.

Grosse Beachtung hat der Dokumentarfilm Blackfish über Tilikum gefunden und SeaWorld einen massiven Umsatz-Einbruch beschert. Er geht auch der Frage nach, welche Auswirkung die Gefangenschaft auf wilde Tiere hat. Mehrere Petitionen forderten danach die Freilassung des Tieres. Tilikum war als etwa Zweijähriger nahe Island gefangen worden.

In freier Wildbahn ist nicht ein einziger Fall bekannt, wo ein Schwertwal einem Menschen Schaden zugefügt hätte. Tilikum, durch seine Gefangennahme und sein Leben in Gefangenschaft traumatisiert und verhaltensgestört, hat drei Menschen getötet. Verantwortlich für den Tod dieser drei Menschen ist fraglos die Aquarienindustrie.

So ist Tilikum ein weiteres Symbol für den Zynismus der Aquarienindustrie, die für den Profit buchstäblich über Leichen geht. Für die Fondation Franz Weber und Vision NEMO ist klar: Auch für Grossaquarien wie das geplante «Ozeanium» in Basel, die keine Meeressäuger halten, ist Leben offensichtlich wenig wert. Denn vier von fünf wild gefangenen Fischen sterben schon, bevor sie die Endstation Aquarium erreichen.