07.02.2017 – Ozeanium Basel: Umweltverträglichkeit nicht gegeben

Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra reichen erneut eine Einsprache ein zur Planauflage «Ozeanium». Der in der ersten Einsprache verlangte Umweltverträglichkeitsbericht liegt jetzt zwar vor, wichtige Fragen werden jedoch nicht oder nur ungenügend beantwortet. So ist Tierschutz leider weiterhin kein Thema und im Bereich Energieeffizienz wird vage auf die weitere Planung verwiesen.

Auch die 2. öffentliche Planauflage «Ozeanium» zeigt klar auf, dass ein solches Projekt nie nachhaltig sein kann. Besonders in den Bereichen Trinkwasser, Energiebedarf und Energieeffizienz kann auch der nun vorliegende Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei einem Grossaquarium um eine eigentliche Energieschleuder handelt. Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra sind zudem enttäuscht, dass unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit keine Aussagen über den Betrieb bzw. über den Tierschutz gemacht werden. Sie sind überzeugt, dass es den zuständigen Behörden nicht gleichgültig sein kann, was im Innern des Ozeaniums geplant ist. Tausende Fische und Meerestiere sollen auf engstem Raum gehalten werden, was im klaren Widerspruch zu den Regeln der artgerechten Tierhaltung steht, welche sich der Basler Zolli selber gegeben hat.

Auch aus städtebaulicher Sicht ist der Bau des Ozeaniums fragwürdig. Das geplante Gebäude «Seacliff» würde wie eine riesige Wand, wie ein Fremdkörper den ganzen Platz dominieren. Enge Häuserschluchten würden die Heuwaage eher ab- statt aufwerten. Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra fordern deshalb die zuständigen Behörden nochmals auf, ernsthaft alternative Projekte für die Heuwaage zu prüfen. Die Aufwertung des Grünraums entlang des Birsig könnte beispielsweise sinnvoll mit einem grünen Freiraum auf der Heuwaage ergänzt werden; zum Wohle der ganzen Basler Bevölkerung.

Aus Sicht der Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra ist es mindestens irreführend, wenn im UVB steht, dass mit dem Bau und Betrieb eines Ozeaniums ein Beitrag geleistet werde gegen die Zerstörung der Weltmeere. Das Gegenteil ist der Fall: Es gibt hunderte von Grossaquarien und den Meeren geht es laufend schlechter. Grossaquarien fördern primär den Handel mit Korallenfischen. Die Schäden vor Ort in den ohnehin bedrohten Lebensräumen werden einfach unterschlagen. Rund ein Drittel der Korallenriffe ist heute weltweit bereits zerstört und es ist unverantwortlich, diesen gefährdeten Ökosystemen immer mehr Tiere für die Aquarienindustrie zu entnehmen.

Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra warnen ausserdem, dass es durch das geplante Ozeanium voraussichtlich zu einem Besucherrückgang im Basler Zolli kommen wird. Die finanziellen Sorgen des Zollis werden sich entsprechend verschärfen. Aber auch beim geplanten Ozeanium sieht die finanzielle Zukunft alles andere als rosig aus. In den meisten Grossaquarien gehen die Eintritte nach einer anfänglichen Euphorie rasch zurück; im Ozeaneum Stralsund (Norddeutschland) beispielsweise innerhalb nur fünf Jahren von 800‘000 auf 500‘000. Es ist somit absehbar, dass auch der Betrieb des geplanten Ozeaniums nicht ohne Subventionen auskommen wird.

Die FFW und Helvetia Nostra hoffen, dass der Regierungsrat und der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt die Planauflage «Ozeanium» kritisch und unter Einbezug aller relevanten ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte prüfen und ebenfalls zum Schluss kommen, dass es für Basel bessere Projekte gibt.