10.06.2017 – «Fische versenken?»

Dieser Blog zum geplanten «Ozeanium» bringt's auf den Punkt!

Der gesamte Blog im Wortlaut:

Eugens schreiend blaugelbes Design hypnotisiert. Doch der begehrte Doktorfisch hat keine Lust auf Sex, eingepfercht in seinem Aquarium. Und Eugen ist empfindlich. Das Leben im Glaskasten und schon der Transport da hin sind für den wild gefangenen Korallenfisch eine Tortur.

Eugens Schicksal ist das von Millionen Fischen, die Jahr für Jahr mit Gift, Netzen und Elektroschocks dem Korallenriff entrissen werden. Sie landen als Zierde in der Glasbox. Meerwasseraquarien sind im Trend. Der Handel von Korallenfischen ist weltweit ein Milliardengeschäft. Dabei überlebt nur einer von fünf Korallenfischen die Strapazen vom Fang über den Transport bis zur Endstation, dem Aquarium.

Dessen ungeachtet will der Zoo Basel mitten in der Stadt am Rhein ein Grossaquarium bauen. Das «Ozeanium». Die Beteuerungen hinter dem 100-Millionen-Projekt sind so hehr wie stereotyp: «Umweltbildung!» «Sensibilisierung!» «Schutz!» In Wirklichkeit geht es schlicht um Kommerz und Prestige auf dem Buckel dessen, was man zu schützen vorgibt: den Korallenriffen und ihren Bewohnern.

Traurige Wirklichkeit ist, dass «Eugen» stirbt. Tag für Tag. Und doch scheint «Eugen» immerfort hinter der Vitrine zu kreisen. Denn die toten Tiere werden fortlaufend ersetzt wie Wegwerfware. Unbemerkt. Ein Palettendoktorfisch gleicht dem anderen. Sollte das «Ozeanium» auf der Basler Heuwaage tatsächlich gebaut werden, müssen allein für diese Anlage Tausende von Fischen und viele Korallen der freien Wildbahn entrissen werden – jedes Jahr.

Damit trägt das «Ozeanium» etwa so viel zur Bewahrung eines Korallenriffs bei wie ein steuerloser Supertanker mit Kurs darauf. Deshalb Nein zum Ozeanium am Rhein!

Zum Blog