11.01.2017 – UVP macht das geplante Ozeanium nicht besser

Die Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts «Ozeanium» in Basel liegt nun vor. Der öffentlich aufgelegte Bericht dazu besagt, das geplante Ozeanium des Zoos Basel halte die Umweltschutzgesetzgebung vollumfänglich ein. Doch: Das wahre Problem der Umweltverträglichkeit liegt gar nicht in Basel, sondern dort, wo die Meerestiere herkommen. Dies hält Tierphilosoph Markus Wild in einem treffenden Blog auf Facebook fest.

Tierphilosoph und Dozent an der Uni Basel, Prof. Dr. Markus Wild, lässt seinen Hund Titus auf Facebook folgenden «Kommentar» äussern zur jetzt vorliegenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das geplante «Ozeanium» in Basel:

«Titus meint: Als Erweiterung des Zollis unterliegt das Ozeanium selbstverständlich der Pflicht zur UVP. Es ist nicht wirklich überraschend, dass diese positiv ausfällt, alles andere wäre Ausdruck miserabler Planung. Die beiden Einsprachen vom Frühjahr 2016 richten sich denn auch gegen ein unzeitgemässes Vorhaben (Helvetia Nostra) sowie gegen das erhöhte Verkehrsaufkommen (Quartierverein).

Nach wie vor reisen knapp die Hälfte mit dem Auto an. Man lockt somit weiter Individualverkehr in die Innenstadt. Wie der Bericht festhält, wird nach Lösungen dafür erst noch gesucht.

Warum ist der Bau unzeitgemäss? Das wahre Problem der Umweltverträglichkeit liegt gar nicht in Basel, sondern dort, wo die Meerestiere herkommen. Der Grossteil dieser Tiere kann nicht nachgezüchtet werden und muss ständig erneuert werden. Der Wildfang bedroht die Bestände und die Lebensräume dieser Tiere. Die private und öffentliche Aquarienindustrie wird weltweit kaum kontrolliert und erlebt aber derzeit einen schädlichen Boom. Der Zolli springt auf diesen Boom auf.

Was es braucht, ist Schutz der Tiere und Lebensräume, kein Ozeanium in einem Binnenland. Das Ozeanium stellt die Philosophie guter Zoos in Frage: Statt mehr Platz für weniger Tiere, weniger Platz für mehr Tiere; statt Nachzucht Wildfang. Wird die Nachfrage nach Meerestieren weiter angeheizt, ist das Ozenanium Teil des Problems, nicht Teil der Lösung.»