11.12.2016 – Windanlage tötet doppelt so viele Vögel als angenommen

Im Auftrag vom Bundesamt für Energie hat die Schweizerische Vogelwarte Sempach eine Studie zu Schlagopfern veröffentlicht. Pro Windenergieanlage und Jahr wurden 20,7 tote Vögel festgestellt. Das ist mehr als das Doppelte von dem, was derzeit als oberster Schwellenwert (10) diskutiert wird.

Nach dem Nein zur Atomausstiegsinitiative rückt die Energiestrategie 2050 in den Mittelpunkt. Die Schweizer Energieversorgung setzt vermehrt auf erneuerbare Energie statt fossiler und auch atomarer. Die Windenergie ist eine davon. Doch die Windenergieanlagen gehen mit mehr als einem Risiko einher: Nebst der Beeinträchtigung der Landschaft und natürlicher Lebensräume können an den Rotoren Vögel oder Fledermäuse kollidieren und getötet werden.

Mit der Studie der Schweizerischen Vogelwarte an der Windanlage Peuchapatte im Kanton Jura stehen nun für das Kollisionsrisiko erstmals klare Zahlen zur Verfügung. Nicht allein durchziehende Vögel können durch Windanlagen gefährdet werden, sondern vor allem auch bedrohte Brutvögel, die täglich in Gefahr stehen, von den Rotoren getötet zu werden.

Zudem können Windanlagen, die am falschen Ort geplant werden, ganze Lebensräume zerstören und bisher naturnahe Flächen durch Störungen entwerten, hält das Portal naturschutz.ch fest. Die Standortplanung der Nutzung der Windenergie ist entscheidend. Denn die Gefahren für Brutvögel und Lebensräume können nur durch Ausschluss des Baus von Windanlagen in naturnahen Gebieten abgewendet werden.