13.07.2016 – Afrikanische Delegierte entsetzt über EU-Position gegen Elfenbein-Handelsverbot

Gleich zwei grosse internationale Zeitungen berichten über die Reaktion der Koalition für den Afrikanischen Elefanten (AEC) auf die skandalöse Haltung der EU. Diese will sich nicht der Position der AEC anschliessen, zum Schutz der Afrikanischen Elefanten ein totales Handelsverbot für Elfenbein einzuführen. Dadurch könnte der Afrikanische Elefant zum Aussterben verdammt sein, warnen Vertreter der 29 AEC-Länder.

Jede Viertelstunde wird in Afrika ein Elefant durch Wilderei niedergemacht. Trotzdem vertritt die EU in einem Positionspapier den Standpunkt, statt eines umfassenden Handelsverbots für Elfenbein sei es besser, wenn Länder mit wachsenden Elefantenbeständen diese «nachhaltig bewirtschaften».

«Konsterniert» äusserte sich Patricia Awori, Sekretärin der Koalition für den Afrikanischen Elefanten (AEC), über die EU-Positionierung. «Wenn man bedenkt, dass es bei Ausbruch der Wilderei-Krise, die zu unseren Vorstössen führte, noch 600'000 Elefanten gab, während es jetzt keine 400'000 mehr sind, dann begreife ich nicht, warum dies die EU nicht beunruhigt.»

Eine AEC-Delegation hatte sich vorletzte Woche sowohl mit hochrangigen Vertretern der EU-Kommission und von EU-Mitgliedsstaaten, als auch mit Vertretern der Schweizer CITES-Behörde in Bern getroffen. Sie warb um Unterstützung für ihr Fünf-Punkte-Paket. Dieses soll zu einem Ende des Elfenbeinhandels führen und den Elefanten den höchsten internationalen Schutzstatus gewähren. 

Seit mehreren Jahren unterstützt die Fondation Franz Weber (FFW) die Massnahmen der AEC als Partnerin und organisierte Ende Juni eine Tagung der AEC in Montreux.

Die AEC wurde 2008 in Bamako, Mali, gegründet. Sie vereint 29 Mitgliedsstaaten aus Afrika mit einem gemeinsamen Ziel: «Eine überlebensfähige und gesunde Elefantenpopulation, die vor den Gefahren des internationalen Elfenbeinhandels geschützt ist.»

Die nächste Konferenz der Vertragsparteien (CoP17) des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES, auch bekannt als Washingtoner Artenschutz-Abkommen) findet vom 24. September bis 5. Oktober in Johannesburg, Südafrika, statt.

Die FFW setzt sich bis zur CoP17 unermüdlich dafür ein, dass endlich jeglicher Elfenbeinhandel verboten wird.

Beitrag zum Thema im Britischen «The Guardian».

Beitrag zum Thema im Französischen «L'Express».

Mehr Infos zur FFW-Kampagne zum Schutz der Elefanten finden sie hier.

Petition zum Schutz der Afrikanischen Elefanten unterschreiben.