13.12.2016 – Bundesrat bestätigt: Landwirtschaft erreicht wichtige Umweltziele nicht

Obschon die Schweizer Bauern unter der Last von staatlicher Bürokratie und Vorschriften fast zusammenbrechen, stagniert die Landwirtschaft in Sachen Umweltziele. Ein Bericht des Bundesrates hält fest, dass seit dem Jahr 2000 in Problembereichen wie Verlust der Artenvielfalt, Düngerüberschüsse, Gewässer- und Bodenbelastungen kaum Fortschritte erzielt worden sind.

Der Bundesrat befürchtet sogar, dass der Druck auf die Ökosysteme durch die Landwirtschaft weiter zunehmen wird. Dieser Druck auf die Ökosysteme und die Artenvielfalt ist beispielsweise daran ersichtlich, dass vor allem im Berggebiet nach wie vor systemetisch Hecken, Feldgehölze und ökologisch wertvolle freistehende Einzelbäume systematisch abgeholzt werden, mit entsprechender Verarmung der Natur und der landschaftlichen Ästhetik.

Besondere Kritik müssen sich im Übrigen Kantone mit intensiver Tierhaltung (hauptsächlich Massentierhaltung für die Fleischproduktion) in der Zentral- und Ostschweiz gefallen lassen, die massive Gülleüberschüsse produzieren und dann in andere Kantone «exportieren» müssen.

Vor drei Jahren bat Nationalrätin Kathrin Bertschy (GLP) in einem Postulat den Bundesrat, eine Auslegeordnung zum Stand der natürlichen Lebensgrundlagen und der Ressourceneffizienz der landwirtschaftlichen Produktion vorzunehmen. Nun hat der Bundesrat diese Auslegeordnung in einem brisanten Bericht veröffentlicht.

Fondation Franz Weber fordert, dass die Umweltvorgaben in der Land(wirt)schaft endlich konsequent umgesetzt werden. Es kann nicht sein, dass trotz des weiterhin wachsenden Anteils an Biolandbau und der sogenannt Integrierten Produktion (IP), die mittlerweile in der Schweiz praktisch Standard ist, der Einsatz von Herbiziden, Pestiziden, fungiziden und Düngemitteln kaum oder gar nicht zurückgeht und die Land(wirt)schaft weiter verödet.

Siehe auch Statusbericht 2016, Umweltziele Landwirtschaft.