14.12.2015 – Klimakonferenz in Paris

Letzte Woche trafen sich die führenden Staatsoberhäupter der Welt zur UN-Klimakonferenz in Paris. Sie diskutierten die aktuelle Klimakrise und suchten nach Lösungen, die kritische Erderwärmung unter dem Stand von 2 Grad Celsius zu halten. Was wieder einmal zu kurz kam – jedoch erwiesen ist, die Erde enorm aufzuheizen – ist die masslose Nutztierhaltung. Wer etwas zum Umweltschutz beitragen, Tierleid minimieren und den Welthunger beenden will, sollte möglichst auf tierische Produkte verzichten und eine vegane Lebensweise anstreben. 

Ressourcen sparen

800 Millionen Menschen hungern. 10‘000 Kinder verhungern – täglich! Dies nicht, weil nicht genug zu essen für alle da wäre, sondern weil weltweit 50% der Getreideernte und 90% der Sojaernte direkt den Masttieren verfüttert werden, nur um unsere unstillbare Gier nach Fleisch und Milchprodukten zu befriedigen. Allein Deutschland importiert pro Jahr 4.6 Millionen Tonnen Sojamehl aus Südamerika als Futtermittel. Dafür wird kostbarer Regenwald abgeholzt; zur Folge sterben weltweit 10‘000 Tierarten pro Jahr aus. 

Alle Kühe weltweit vertilgen an einem einzigen Tag 65 Millionen Tonnen Futter und 170 Millionen Tonnen Wasser. Was für eine wahnsinnige Ressourcenverschwendung! Würde dieses Getreide und Soja direkt von Menschen konsumiert, könnten alle Menschen dieser Erde ernährt werden - es gäbe keinen Hunger mehr. 

Zur Produktion eines einzigen Kilos Rindfleisch werden 15‘000 Liter, für einen Liter Milch 1‘000 Liter Wasser verbraucht. Hingegen reichen lediglich 250 Liter für die Produktion eines Kilos Kartoffeln. Wer vegan lebt, kann pro Jahr 5 Millionen Liter Wasser sparen. Anders ausgedrückt: Ein Veganer könnte also 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr seine Dusche laufen lassen und würde immer noch weniger Wasser verbrauchen, als jemand der tierische Produkte konsumiert. 


Umwelt schützen

Industrielle Tierhaltung ist für 18% der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Sie produziert mehr Klimagase als alle Autos, Busse, Lastwagen, Flugzeuge und Schiffe zusammen – weltweit! Alle Kühe der Welt produzieren jeden Tag 500 Millionen Kubikmeter Methan. Methan ist als Treibhausgas um ein Vielfaches stärker als CO2. Somit steht fest: Die Fleischproduktion heizt das Klima enorm an. 

Die Massentierhaltung der USA erzeugt 13-mal mehr Abwasser als die gesamte menschliche Bevölkerung. Exkremente der Nutztiere übersäuern Böden und verschmutzen Gewässer. „Tote“ Zonen erstrecken sich bereits heute in vielen Flüssen und Küstengewässern. Hinzu kommt, dass die den Tieren verabreichten Hormone und Antibiotika in unseren Trinkwasserkreislauf gelangen.


Tiere verschonen

In der Schweiz werden jährlich über 60 Millionen Nutztiere geschlachtet, weltweit sind es 60 Milliarden Tiere. Sie werden meist auf engstem Raum zusammengepfercht in Mastbetrieben gehalten, da es sonst nicht kosten-effizient ist. Ihre Nahrung ist gemischt mit Antibiotika, welche sich im Fleisch und Milchprodukten wiederfinden. Schweine werden als ca. fünfmonatige Babys geschlachtet. In vielen Ländern werden Ferkel und Kälber noch immer ohne Narkose kastriert. Weiblichen Küken wird der Schnabel mit einer heissen Klinge kurzerhand abgeschnitten, die männlichen werden innerhalb eines Tages vergast – sie sind wertlos, da sie nicht viel Fleisch ansetzen und keine Eier legen. 


Begreifen wir all diese schockierenden Fakten und die fatalen Zusammenhänge, stellt sich unweigerlich die Frage: Wieso wird die vegane Lebensweise nicht als logischste Lösung zur Klimakrise gefördert? Warum werden keine Anreize gesetzt, um weniger Fleisch zu produzieren und zu konsumieren? Damit kämen wir dem Ziel „unter 2 Grad Celsius“ doch klar näher – und es wäre ein gewaltiger Beitrag gegen das schreckliche Tierleid. 

Die Macht liegt bei jedem Einzelnen. Wir können jeden Tag von neuem entscheiden, ob wir diesen kolossalen Irrsinn weiter machen, oder ob wir etwas zum Klima- und Umweltschutz beitragen und Tierleid minimieren wollen.