16.03.2016 – Wolfs-Wilderei in der Schweiz grassiert!

Innerhalb weniger Tage wurde sowohl im Wallis wie auch im Bündnerland ein Wolfskadaver aufgefunden. Todesursache in beiden Fällen: illegaler Abschuss! Die Fondation Franz Weber verurteilt diese Selbstjustiz in aller Schärfe und fordert die zuständigen Behörden auf, alles zu unternehmen, um die Täter zur Strecke zu bringen und streng zu verurteilen.

Waldarbeiter haben am 15. März 2016, unterhalb einer Strassenbrücke der Schinstrasse auf Gemeindegebiet von Sils i.D., den Kadaver eines Wolfes gefunden. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse handelt es sich um einen im Jahre 2015 geborenen, männlichen Jungwolf.

Der Kadaver wurde für eine genaue Untersuchung und für die Abklärung der Todesursache dem pathologischen Institut der Universität Bern übergeben. Mittlerweile steht fest, dass der Wolf an den Folgen mehrerer Schrotschüsse gestorben ist. Der Tod dürfte bereits einige Tage zuvor eingetreten sein.

Aufgrund der vorgefunden Situation ist davon auszugehen, dass der Wolf nicht an der Fundstelle beschossen wurde, sondern als Kadaver über den Rand der Strassenbrücke ins Tobel entsorgt wurde. Dies teilt das bündnerische Amt für Jagd und Fischerei mit. Es hat bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Anzeige gegen Unbekannt erhoben.

Nur eine Woche zuvor fand die Wildhut Wallis am rechten Rhoneufer in Raron einen toten männlichen Wolf von 34,5 Kilo. Sein Kadaver liegt zur Abklärung der Todesursache ebenfalls im pathologischen Institut der Uni Bern. Fest steht bereits, dass auch dieser Wolf an den Folgen einer Schussverletzung gestorben ist.

Der Zeitpunkt des Todes kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden, dürfte aber aufgrund des Zustandes des Tieres bereits längere Zeit zurückliegen. Genauere Angaben zur Abstammung und über das Individuum wird die gegenwärtig laufende DNA-Analyse ergeben. Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) hat bei der Staatsanwaltschaft Wallis Strafanzeige gegen Unbekannt erhoben.

Angesichts der traurigen Funde stellt sich natürlich auch die Frage der «Dunkelziffer». Das heisst: Wie viele Wölfe sind schon vergiftet, abgeknallt oder sonstwie umgebracht worden, ohne dass man deren Überreste je findet? Klar ist: Der Wolf ist in der Schweiz hoch bedroht und sollte gerade auch wegen solcher Wilderei-Aktionen sofort wieder den strengsten Schutzstatus erhalten. Und die Täter sollen höchstmöglich bestraft werden!

Immerhin findet man im Wallis doch auch noch lebende Tiere. So hat die DJFW im Verlauf eines Wintermonitorings vier unterschiedliche Wölfe im Wallis identifiziert, darunter auch zwei bisher unbekannte Wölfe (M63 und M64). Das Monitoring zeigt, dass in der Augstbordregion ein Wolfspaar unterwegs ist, welches den Raum zwischen Zeneggen und Agarn regelmässig als Streifgebiet nutzt. Gemäss dem DJFW könnte sich in diesem Gebiet im Verlauf des Jahres ein Wolfsrudel bilden.

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