18.02.2016 – Alpenschutz statt 2. Gotthardröhre

Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra lehnen den Bau einer 2. Gotthardröhre ab. Sie sind überzeugt, dass die Sanierung des Gotthardtunnels möglich ist, ohne gleichzeitig den Alpenschutz auszuhebeln.

In der Bundesverfassung steht, dass der Bund das Alpengebiet vor den negativen Auswirkungen des Transitverkehrs schützt und zwar so, dass die Belastung durch den Transitverkehr für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht schädlich ist. Weiter steht, dass der alpenquerende Gütertransitverkehr von Grenze zu Grenze auf der Schiene zu erfolgen hat und dass die Strassenkapazität nicht erhöht werden darf.

Mit seinem Projekt für eine 2. Gotthardröhre verletzt der Bundesrat diese verfassungsrechtlichen Bestimmungen. Genau genommen öffnet er eine Schleuse und damit wird der Transitverkehr auf der Strasse nicht ab- sondern noch weiter zunehmen. Mit der 2. Röhre würden ab 2030 am Gotthard statt wie bisher zwei neu vier Fahrspuren zur Verfügung stehen. Die Befürworter versprechen zwar hoch und heilig, dass in Richtung Norden und Süden nur je eine Fahrspur benützt werden dürfe; Garantie dafür gibt es aber keine. Sicher ist dagegen, dass der Druck in den kommenden Jahren im In- und Ausland entsprechend dem weiter wachsenden Verkehr zunehmen wird. Mit einer 2. Gotthardröhre treibt der Bundesrat die für Mensch und Umwelt zerstörerische Negativspirale zusätzlich an: mehr Strassen, mehr Verkehr - mehr Verkehr, mehr Strassen. Für die Menschen, Tiere und Pflanzen sind die Belastungen durch Luftschadstoffe und Lärm aber bereits heute viel zu hoch und das obwohl in den letzten Jahren viele Gegenmassnahmen ergriffen wurden. Dazu kommt, dass der Verkehr der gefährlichste Treiber für den Klimawandel ist: fast 40% der CO2  Emissionen entstehen im Strassenverkehr. Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra sind deshalb überzeugt, dass bei der geplanten Sanierung des Gotthardtunnels zwingend auf eine 2. Röhre verzichtet werden muss. Eine konsequente Verlagerung des Gütertransitverkehrs auf die Schiene würde nicht nur Mensch um Umwelt besser schützen vor Schadstoffen und Lärm sondern zusätzlich für mehr Sicherheit sorgen – und billiger wäre es auch noch.