20.09.2017 – FFW unterstützt Petition für Streunerkatzen

In der Schweiz leben zwischen 100'000 und 300'000 herrenlose Katzen, die mit Hunger, Krankheiten, Kälte, usw. zu kämpfen haben und sich mehr schlecht als recht durchschlagen. Eine Kastrationspflicht würde erheblich zur Verminderung des Katzenleides beitragen. Die Fondation Franz Weber unterstützt deshalb die Petition «Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen in der Schweiz»

Die Fondation Franz Weber (FFW) unterstützt die Tierschutzorganisationen Network for Animal Protection (NetAP) und Stiftung für das Tier im Recht (TIR) sowie die mitwirkenden Organisationen und Unterzeichnenden in ihrer Petition. Diese fordert Bundesrat und Parlament auf, «eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen einzuführen, um die übermässige Vermehrung von Katzen einzudämmen und so das Katzenleid in der Schweiz zu vermindern».

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme besteht auch hierzulande ein Streunerproblem. In der Schweiz leben zwischen 100'000 und 300'000 herrenlose Katzen. Eine der Hauptursachen hierfür liegt darin, dass Privatpersonen ihre Freigänger-Katzen nicht kastrieren lassen und diese zusammen mit herrenlosen, unkastrierten Tieren ständig für weiteren Nachwuchs sorgen.

Dies, obwohl die Tierschutzverordnung ausdrücklich festhält, dass Tierhaltende alles Zumutbare tun müssen, um zu verhindern, dass sich ihre Tiere übermässig vermehren (Art. 25 Abs. 4 TSchV). Das Paarungsverhalten unkastrierter Freigänger-Katzen unter Kontrolle zu haben, ist für deren Halter aber praktisch unmöglich.

Die Streunerproblematik ist mit viel Tierleid verbunden. Vermehren sich Katzen übermässig, bilden sich schnell grosse Populationen auf engem Raum, was zu brutalen Revierkämpfen, Hygieneproblemen und zur Ausbreitung von Krankheiten führt. Viele Tiere sterben qualvoll, weil sie keine medizinische Versorgung erhalten oder nicht ausreichend Nahrung finden. Auf Nahrungssuche und mit ihrem Jagdtrieb töten die Streunerkatzen auch unzählige Singvögel, Reptilien und Amphibien sowie weitere geschützte Tiere*.

Die unkontrollierte Vermehrung von Katzen führt ausserdem dazu, dass jedes Jahr unzählige ungewollte Jungtiere in Tierheime abgeschoben oder ausgesetzt werden. Insbesondere in ländlichen Gebieten werden unerwünschte Katzenwelpen zudem teilweise immer noch ertränkt oder auf andere tierquälerische Weise getötet. Aus diesen Gründen ist die Haltung unkastrierter Katzen mit Freilauf aus Sicht des Tierschutzes höchst problematisch.

Die Kastration von Freigänger-Katzen bildet eine verhältnismässige Massnahme, um einen weiteren Anstieg der Streunerpopulation zu vermeiden, das Katzenleid zu verringern und den Katzenbestand in der Schweiz nachhaltig zu regulieren. Die aktuell geltenden Rechtsvorschriften greifen zu kurz. Aus diesem Grund fordern die Initianten und Unterzeichnenden die Schaffung einer schweizweit geltenden Regelung, die sämtliche Halter von Freigänger-Katzen verpflichtet, diese von einem Tierarzt kastrieren zu lassen.

Mehr Infos: www.kastrationspflicht.ch

* Katzen (Streuner und Nichtstreuner) fangen viele Vögel und Reptilien, was ein Tier- und Artenschutz-Problem ist. Weit mehr Singvögel fallen indes dem Vogelschlag zum Opfer (sie fliegen gegen Scheiben). Und für Reptilien und Amphibien bedeutet der Lebensraumverlust in der Schweiz ein noch grösseres Problem als die Katzen.