26.08.2016 – Einige Wolfs-Neuigkeiten

Wieder hat sich einiges getan in Sachen Wolf in der Schweiz. Zur Abwechslung sind es für einmal eher erfreuliche Nachrichten.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Zum fünften Mal in Folge Jungwölfe am Calanda
    In den letzten Tagen konnte die Wildhut den Nachweis erbringen, dass sich das Wolfsrudel am Calanda zum fünften Mal in Folge fortgepflanzt hat. Mehrere Aufnahmen aus einer Fotofalle im Wolfsgebiet bestätigen zwei in den letzten Tagen von Privatpersonen gemeldete Beobachtungen. Aufgrund der vorliegenden Fotos muss von mindestens sechs Jungtieren ausgegangen werden. In den vergangenen vier Jahren sind jeweils im Laufe des Herbstes fünf bis sieben Welpen beobachtet bzw. genetisch nachgewiesen worden.
     
  • Ende der Abschussbewilligung für einen Wolf in der Augstbordregion
    Am 14. Juni 2016 erteilte Staatsrat Jacques Melly eine Abschussbewilligung für einen Wolf in der Augstbordregion. Mit dem Ablauf der Frist von 60 Tagen ist die Bewilligung verfallen. Die Abschussbewilligung wurde erteilt, nachdem zahlreiche Nutztiere auf geschützten Weiden gerissen wurden. Die Schäden werden für die Erteilung einer Abschussbewilligung berücksichtigt, sofern die zumutbaren Herdenschutzmassnahmen umgesetzt wurden. Aufgrund der geltenden Gesetzgebung musste der Abschussperimeter sehr restriktiv festgelegt werden. Diese Tatsache, verbunden mit der zeitlichen Beschränkung, haben die Möglichkeiten zu einem Wolfsabschuss stark eingeschränkt. Im Weiteren haben die nicht geschützten Nutztiere im Streifgebiet des Wolfes die Erfolgsaussichten zusätzlich geschmälert.
     
  • Bundesrat will den Abschuss von Jungwölfen erlauben
    Sonst soll das Raubtier aber streng geschützt bleiben. Bei den Wolfsgegnern im Wallis stösst das erwartungsgemäss auf Unverständnis. In der Schweiz gibt es derzeit zwei Wolfsrudel, eines am Bündner Calanda-Massiv und eines im Valle Morobbia im Tessin. Geht es nach dem Bundesrat, sollen die Kantone den Nachwuchs dieser Rudel künftig dezimieren dürfen, wenn grosse Schäden an Nutztierherden drohen. Eine entsprechende Revision des Jagdgesetzes hat er am Mittwoch in die Vernehmlassung gegeben. Auch heute dürfen die Kantone lokal hohe Bestände an Wölfen bereits regulieren. Das betreffende Rudel muss aber bereits grosse Schäden verursacht oder Menschen konkret gefährdet haben. Zudem muss der Bund die Abschüsse genehmigen. Künftig sollen die Kantone nun aber präventiv und in Eigenregie handeln dürfen.

Mehr dazu können sie hier nachlesen.

Die Koexistenz mit Wölfen in unserer zersiedelten Umwelt muss hierzulande neu erlernt werden und bedarf unserer Bereitschaft und Toleranz. Die Wölfe haben es umgekehrt vorgezeigt und sehr rasch gelernt, mit unserer fast flächendeckenden Anwesenheit und unseren Infrastrukturen klarzukommen. Davon ist die Fondation Franz Weber überzeugt.

Das Bild zeigt Calanda-Jungwölfe, aktuell von einer Fotofalle aufgenommen.