27.04.2016 – Stierkampf-Kampagne der FFW: Flamenco-Star «entschuldigt» sich bei Kampfstier

Spaniens berühmtester Flamenco-Sänger verneigt sich vor einem Kampfstier. Singend bittet Sänger Niño de Elche den Stier um Verzeihung. Für all das Leid, das die Menschen diesen edlen Tieren in den Stierkämpfen antun. Das Video ist aktuell zum 200. Jahrestag der Entstehung des Bildes «Tauromaquia» («Stierkampf») von Francisco de Goya präsentiert worden.

Flamenco – Inbegriff von Emotionen, Tradition, Ästhetik. Damit arbeitet und spielt Niño de Elche. Doch Spaniens berühmtester Flamenco-Sänger bricht auch mit der Tradition. Denn im von der bekannten spanischen Filmproduzentin Chus Gutiérrez gedrehten Video «canta al toro Fadjen» («Lied an Stier Fadjen») wird er zum Anwalt der Stiere – zum Anwalt gegen die «Tradition» des Stierkampfs. Und Elche bricht mit der Ästhetik. Denn der Stierkampf in seiner Grausamkeit und Scheusslichkeit kann niemals ästhetisch sein.

Die Emotionalität bleibt. Eindringlich, melancholisch, aufwühlend. Niño de Elche begibt sich auf die Ebene des Stiers, der Ausdrucksweise und des Leidens dieses dunklen, majestätischen, mythischen, mystischen Tieres. Geschaffen wurde ein modernes Video einer Generation im Aufbruch. Des modernen Spaniens, in welchem sich auch der beliebteste Flamenco-Sänger nicht scheut, in einer verstörenden Botschaft in Bild und Ton gegen die (S)Tierfolter der «Corrida» zu protestieren.

Niño de Elche tut dies im Namen der spanischen Organisation Capital Animal und der Fondation Franz Weber. Das Video ist zum 200. Jahrestag der Entstehung des Bildes «Tauromaquia» («Stierkampf») von Francisco de Goya entstanden und wurde gestern in der Calcografía Nacional in Madrid erstmals vorgestellt.

Die Botschaft und die einfühlsamen Bande des Sängers mit dem Stier Fadjen, der als Jungtier vor dem grausamen Schicksal in der Stierkampf-Arena gerettet wurde, kommt an. Innert weniger als 24 Stunden nach dessen Veröffentlichung auf der spanischen Facebook-Seite der Fondation Franz Weber wurde das Video bereits mehr als 50’000-mal aufgerufen.

Das filmische Plädoyer ist als Teil der Ausstellung «Otras Tauromaquias» («Der andere Stierkampf») bis zum 25. Mai in der Calcografía Nacional zu sehen. Die Ausstellung stellt die Gravuren von Goya gemeinsam mit Werken von über zwanzig zeitgenössischen Künstlern aus, die den Schmerz und das Grauen unterstreichen, mit denen Goya die Realität seiner Zeit zeigte. Damit versinnbildlichen die Ausstellung wie auch das Video Vergangenheit, Gegenwart und Aufbruch zugleich.

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