28.08.2015 – Ozeanium in Basel wäre ein Rückschritt

Meer als ein Erlebnis! Vision NEMO, das multimediale und interaktive Tor zum Ozean ist mehr als eine tierfreundliche und nachhaltige Alternative zum geplanten Ozeanium in Basel. Die Beiträge am gestrigen Anlass „Haben Grossaquarien noch eine Zukunft?“ zeigten in aller Deutlichkeit, dass Grossaquarien heute in der Sackgasse stecken.

Volles Haus und ein wohlwollendes Publikum. Der gestrige Anlass der Fondation Franz Weber (FFW) im Unternehmen Mitte in Basel zur ethischen Vertretbarkeit von Grossaquarien war ein Erfolg. „Basel könnte Pionier sein und mit Vision NEMO Standort des ersten virtuellen, multimedialen und interaktiven Tors zum Ozean werden“, machte Vera Weber klar und erntete dafür spontanen Applaus. Die Präsidentin der FFW betonte die grenzenlosen Möglichkeiten der Technologie im Bereich Bildung, Forschung und Unterhaltung. „Noch hat Basel die Chance, hier die Pionierrolle einzunehmen!“

Der Philosoph und Tierethiker Professor Markus Wild sagte es treffend: „Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum dargestellt zu erleben, ist realer, als echte Tiere gelangweilt, eingesperrt, im Kreis schwimmend hinter einer Glasscheibe zu sehen. Somit ist in diesem Fall virtuelle Realität realer als ,Realität‘.“

Peter Lehmann, Experte für nachhaltige Bildung, forderte, dass Tierparks ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln. Heute könne man nicht mehr einfach Tiere in Käfige oder Tanks stecken und eine Infotafel hinstellen, sondern müsse Interaktion und Erfahrungen stimulieren. „Genau hier zeigt Vision NEMO die zeitgemässe Lösung.“

Meeresbiologin Monica Biondo zeigte mit erschütternden Fakten, Bildern und Videos eindringlich auf, dass sich Basel am Raubbau der Meere nicht beteiligen darf. „Mit dem heutigen Wissen ist es schlicht verwerflich, die Meere zu plündern, um zahlende Gäste mit verhaltensgestörten Korallenfischen zu langweilen.“

Tony Christopher, CEO von Landmark Entertainment (USA) unterstrich: „Unterhaltung und immer neue interaktive Erlebnisse inspirieren und begeistern das Publikum für den Ozean und dessen Schutz.“ Zahlen herkömmlicher Grossaquarien beweisen, dass deren Konzept heute schon rein ökonomisch nicht mehr funktioniert. „Inhalte in einem virtuellen, multimedialen und interaktiven Aquarium wie Vision NEMO lassen sich jederzeit auswechseln und aktualisieren und locken somit das Publikum immer wieder an“, betonte der Guru der Umsetzung virtueller Realität.