29.02.2016 – Hunderttausende Zugvögel gezählt

2015 war das 14. fortlaufende Erhebungsjahr für Zugvögel am Pass von Escrinet, auf einem strategischen Terrain, das der Fondation Franz Weber gehört. Die Zählungen wurden vom 10. Februar bis 14. April, also während 64 Tagen und 743 Stunden vorgenommen.

342'040 Zugvögel aus 67 Arten wurden im Laufe der Erfassungsperiode gezählt. Eine Zusammenfassung der Daten ist einsehbar unter www.migraction.net

Besonders viele Königs- und Schwarzmilane überflogen 2015 den Pass. 500 Individuen der ersteren, respektive 3‘589 der letzteren Gattung bedeuten einen klaren Saison-Rekord. Für die anderen Arten hielten sich die Zahlen im Mittel der letzten Jahre. Einzig der Schlangenadler weist schwache Zahlen auf: 59 Vögel – das schlechteste Resultat seit 2008. Nach dem Ende einer Schlechtwetterphase, die während einer Woche die Zugvögel südlich der Pyrenäen blockierte, konnten am 28. März während eines einzigen Tages mehr als 1‘000 ziehende Greifvögel erfasst werden.

Ebenfalls bemerkenswert war das Jahr für die Ringeltauben und Hohltauben: Beide Arten lagen über den saisonalen Rekorden.

Die Erfassungszahlen für die Sperlingsvögel hielten sich trotz eines relativ milden Winters im Mittel. So wurden beispielsweise 231‘402 Buchfinken gezählt, immerhin deutlich mehr als im Durchschnitt. Einen saisonalen Rekord brach die Misteldrossel mit 703 gezählten Individuen.

Verbunden mit der Erhebung konnten über 650 Besuchende sensibilisiert werden, sowie 150 Schüler auf ihren Ausflügen. Zudem fanden unsere Aktivitäten ein erhebliches Echo in den Medien. Als Beitrag zum Schutz der Zugvögel ist dies ein unverzichtbares Element.

Der Vogelschutzbund Koordination Rhone-Alpen (LPO Coordination Rhône-Alpes) dankt seinen technischen und finanziellen Partnern, wie auch allen Spendern. Ohne deren Grosszügigkeit wären unsere Erhebungen nicht zu realisieren. Ein grosses Dankeschön auch an alle Freiwilligen, für ihre insgesamt mehr als 1‘400 Stunden ehrenamtliche Arbeit!

Im Kampf gegen die Zugvogeljagd, die am Col de l’Escrinet lange Zeit legal wurde mit buchstäblichem Feuereifer betrieben wurde, erwarb die Fondation Franz Weber die Passhöhe im Ardèche-Gebiet. Dort, wo früher die Jäger lauerten, ist heute Ruhe eingekehrt. Heute werden die Zugvögel nicht mehr abgeschossen, sondern bewundert und gezählt. Mehr Infos hier.