30.08.2016 – Schade um den entwürdigten Sieger-Muni am «Eidgenössischen»

Dieser gepeinigte und seines Hornschmucks beraubte Stier als lebender Hauptpreis für den Schwingerkönig verkörpert Schändung, nicht Schweiz.

Am «Eidgenössischen» gibt es nichts auszusetzen. Es ist mehr als ein Fest der Heimatverbundenheit. Es ist ein Stück Schweizer Tradition, und die «Bösen» im Sägemehl wie auch der Stier als lebender Hauptpreis für den Schwingerkönig, verkörpern Urkraft und Potenz.

Doch halt: Dieser Muni im Bild? Er ist entwürdigt, enthornt, entstellt. Das verstümmelte Tier mit dem stoisch-leidenden Blick wird den Publikumsmassen buchstäblich vorgeführt. Dieser gepeinigte und seines Hornschmucks beraubte Stier mit deformiertem Kopf verkörpert Schändung, nicht Schweiz.

Als Schwingerkönig wäre ich beleidigt als Empfänger eines solchen Geschenkes. Was haben die Leute mit diesem Tier gemacht, das als prachtvolles Kalb und als König in der Welt der Tiere zur Welt kam? Wer kann ohne Schauder den Nasenring und die Manipulierstange in den Händen des Schwingerkönigs betrachten? Wer ohne Mitleid die Trauer und Qual in den Augen des Munis sehen?

Schade, schade für Schwingerkönig Matthias Glarner. Schade für das schöne Wetter. Schade für das Schwingfest.

Judith Weber