Schutz der Robben

1. April 2017: Endlich ist es soweit! In der Schweiz tritt ein Import- und Handelsverbot für Robbenprodukte in Kraft. Dies ist klar ein Resultat des Engagements der Fontation Franz Weber (FFW). Seit 1975 kämpft die FFW für ein Ende der grausamen Robbenjagd mit dem Ziel, ein weltweites Importverbot von Robbenprodukten durchzusetzen. Mit Brigitte Bardot an seiner Seite erreichte Franz Weber, dass während 12 Jahren keine Robben mehr gejagt werden durften und dass die neugeborenen, noch weissen Robbenbabys nicht mehr getötet werden dürfen.

Das wurde auch Zeit. Seit dem 1. April 2017 ist nun auch in der Schweiz ein Import- und Handelsverbot für Robbenprodukte in Kraft. Eine Frucht des langen und beharrlichen Einsatzes der Fondation Franz Weber (FFW). Der Schutz der Robben gehört zu den erfolgreichsten und symbolträchtigsten Kampagnen der FFW, wie auch ihr Logo verrät.

Bereits in den 1980er Jahren untersagten die USA und Mexiko die Einfuhr von Robbenprodukten. Dass im Jahr 2010 die Europäische Union (EU) eine Rechtsvorschrift zum Verbot der Einfuhr von Robbenerzeugnissen annahm, ist ganz entscheidend ein Verdienst der FFW. 2006 hatten ein EU-Parlamentarier und Medienleute Vera Weber, Präsidentin der FFW, auf die Packeisfelder von Labrador begleitet, um die Jagd auf Robbenbabys zu observieren. Die Beobachter stellten entsetzliche Grausamkeiten beim Abschlachten der nur wenige Wochen alten Tiere fest. Zudem wurden die Zeugen aus Europa selber Opfer rücksichtsloser Aggression und Gewalt, sowie lebensgefährlicher Rammstösse durch Fahrzeuge der Robbenjäger gegen fahrende Autos der Beobachter. Hier die Reportage von SRF. 

Dies veranlasste das Europaparlament zur Einführung eines Embargos gegen Produkte aus solcher Praxis. Ein bahnbrechender Sieg für die FFW, den Tier- und Artenschutz. 2011 folgte Russland. Kanada und Norwegen legten Widerspruch gegen das Embargo ein und leiteten vor der Welthandelsorganisation (WTO) ein Verfahren ein, um die EU-Regelung anzufechten. Die WTO wies indes die Argumente der zwei Staaten in erster Instanz zurück. Sie war der Auffassung, das europäische Embargo gegen Robbenprodukte sei aus Erwägungen der «öffentlichen Moral» gerechtfertigt. Am 22. Mai 2014 bestätigte das Berufungsgremium der WTO diese Entscheidung. 

In der Schweiz scheiterte 2010 eine erste Motion der FFW für ein Einfuhrverbot von Robbenerzeugnissen nur am Ständerat. Am 21. Juni 2011 reichten die FFW und OceanCare daraufhin eine Petition mit nahezu 100'000 Unterschriften beim Schweizer Parlament ein, die ein Verbot solcher Importe in der Schweiz forderte. Am selben Tag wurde eine zweite Motion in Zusammenarbeit mit Nationalrat Oskar Freysinger eingereicht, die der Nationalrat 2012 erneut mit klarer Mehrheit annahm. Der Ständerat aber wartete den Ausgang des WTO-Verfahrens ab. Nach dem Entscheid der WTO nahmen der Ständerat und nach Differenzbereinigung auch der Nationalrat das Einfuhrverbot schliesslich an. Somit ist der Import von Robbenerzeugnissen in die Schweiz verboten (Medienmitteilung).

Diese Handelsbeschränkungen haben einen weltweiten Rückgang der erlegten Robben bewirkt, vor allem, weil die Preise für Robbenfelle eingebrochen sind. Dadurch ist die Robbenjagd immer weniger profitabel. Mit geradezu rätselhafter Verbissenheit und jährlichen Millionen-Subventionen hält aber namentlich Kanada an den grausamen Massakern fest. So begab sich Vera Weber von 2011 bis 2013 jeden Frühling erneut zur Beobachtung vor Ort und belegte mit neuen Filmaufnahmen die Brutalität der Robbenabschlachtung – Massaker, die alle internationalen Tierschutzstandards verletzen.

Die FFW hofft, dass die aktuellen Entwicklungen und insbesondere der WTO-Entscheid den Weg freimachen, um dieser bestialischen und sinnlosen Praxis endgültig einen Riegel vorzuschieben. Bis dahin werden wir unsere Aktionen fortsetzen.

Dokumente und Zusammenfassungen zum WTO-Verfahren hier

Um vertiefte Informationen und Impressionen zu unserer Kampagne für die Robben zu erhalten, finden Sie hier vier Artikel aus verschiedenen Ausgaben des Journal Franz Weber (JFW):

JFW109_2014_Robben_DE_Verbot_Schweiz
JFW108_2014_Robben_DE_WTO
JFW104_2013_Robben_DE_Kanada
JFW100_2012_Robben_DE_Nationalrat

Aktuelles

01.01.2018 – Alles Gute im neuen Jahr!
06.12.2017 – Brigitte Bardot: «Ohne Franz Weber wäre ich nichts!»
04.10.2017 – Für die Fondation Franz Weber ist jeden Tag Welttiertag
01.05.2017 – Das neue Journal Franz Weber ist online!
11.04.2017 – Kanada: Robbenjagd trotz Import- und Handelsverboten

ALLE ZEIGEN

Video (Kanadische Robbenjagd 2012 )
Video ( Kanadische Robbenjagd 2011)