30.03.2017 – Die Schweiz verbietet ab 1. April den Handel mit Robben-Produkten

Die Fondation Franz Weber (FFW) hat ein weiteres grosses Ziel erreicht: Ab dem 1. April 2017 ist endlich auch in der Schweiz der Import und Handel mit Robbenprodukten verboten. Vera Weber ist erleichtert und erfreut: «Unsere jahrelange Hartnäckigkeit hat sich gelohnt!» Die Präsidentin der FFW konnte vor sieben Jahren den damaligen Nationalrat Oskar Freysinger für den Schutz der Robben gewinnen. Seine Motion war erfolgreich und wird jetzt endlich umgesetzt.

Die Arbeit der Fondation Franz Weber (FFW) war entscheidend für das 2009 beschlossene EU-Import- und Handelsverbot von Robbenprodukten, dem die Schweiz nun folgt. Dieses Verbot ist überfällig, gilt es doch seit Jahren in Europa. Somit ist die Gefahr, dass die Schweiz zur Drehscheibe oder zum Ersatzmarkt für Robbenprodukte wird, vom Tisch.

Die FFW-Präsidentin Vera Weber war mehrere Male Augenzeugin vor Ort und musste zusehen, mit welcher Grausamkeit die Jungrobben abgeschlachtet werden. «Diese Bilder gehen einem nicht mehr aus dem Kopf» sagt Vera Weber, die wegen ihrem Einsatz gegen die Robbenjagd auch bedroht wurde.

Derweil verkrallt sich Kanada noch immer in die Robbenjagd. Umso wichtiger ist das von der Schweiz eingeführte Verbot. Dies zeigt sich ganz aktuell am Beschluss des kanadischen Fischereiministeriums, die Robbenjagd in Neufundland dieses Jahr zwei Wochen früher als üblich zu eröffnen. Seit dem 28. März laufen die Jäger erneut zum Abschlachten von Robbenkindern aus. Eine Katastrophe für die Bestände der Sattelrobben. Zurzeit säugen die Robbenmütter noch ihre Jungen.

«Kein vernünftiger Mensch will heute noch Robbenprodukte kaufen, und die Märkte dafür machen dicht», sagt Vera Weber. «Es ist nun wirklich höchste Zeit, dass Kanada dem grausamen und sinnlosen Robbenschlachten einen endgültigen Schlusspunkt setzt.» Bis es soweit ist, bleibt die Fondation Franz Weber weiterhin wachsam und engagiert sich fortgesetzt gegen das Abschlachten der Robbenbabys.

Kontakt
Bis 2. April ist Vera Weber in Argentinien auf dem Pferde-Gnadenhof der Fondation Franz Weber namens Equidad. Bei Fragen oder für mehr Info bitte per Whatsapp (Anruf oder Nachricht) oder Email kontaktieren.
veraweber@ffw.ch, 079 210 54 04

Hintergründe und Infos

Der Schutz der Robben gehört zu den erfolgreichsten und symbolträchtigsten Kampagnen der FFW, wie ihr Logo verrät. Seit 1975 kämpft die FFW für ein Ende der grausamen Robbenjagd. Mit Brigitte Bardot an seiner Seite erreichte FFW-Begründer Franz Weber, dass während 12 Jahren keine Robben mehr gejagt werden durften und dass die neugeborenen, noch weissen Robbenbabys nicht mehr getötet werden dürfen.

Bereits in den 1980er Jahren untersagten die USA und Mexiko die Einfuhr von Robbenprodukten. Dass im Jahr 2010 die Europäische Union (EU) eine Rechtsvorschrift zum Verbot der Einfuhr von Robbenerzeugnissen annahm, ist entscheidend ein Verdienst der FFW. 2006 hatten ein EU-Parlamentarier und Medienleute Vera Weber auf die Packeisfelder von Labrador begleitet, um die Jagd auf Robbenbabys zu observieren.

Die Zeugen aus Europa stellten dabei entsetzliche Grausamkeiten fest. Zudem wurden sie selber Opfer rücksichtsloser Aggression, sowie lebensgefährlicher Rammstösse durch Fahrzeuge der Robbenjäger gegen fahrende Autos der Beobachter, wie eine Reportage des SRF zeigte. Dies veranlasste das Europaparlament 2009 zur Einführung eines Embargos gegen Robbenprodukte. Ein bahnbrechender Sieg für die FFW, den Tier- und Artenschutz.

2011 folgte Russland dem Verbot. Kanada und Norwegen fochten das EU-Embargo vor der Welthandelsorganisation (WTO) an. Doch die WTO wies die Anfechtung in erster Instanz zurück: Das europäische Embargo gegen Robbenprodukte sei aus Erwägungen der «öffentlichen Moral» gerechtfertigt. 2014 bestätigte das Berufungsgremium der WTO die Entscheidung.

In der Schweiz scheiterte 2010 die erste Motion Freysinger gegen die Einfuhr von Robbenerzeugnissen nur am Ständerat. Daraufhin reichten die FFW und OceanCare 2011 eine Petition mit rund 100'000 Unterschriften ein, die ein Verbot solcher Importe in der Schweiz forderte. Gleichzeitig reichte der damalige Nationalrat Oskar Freysinger eine entsprechende zweite Motion ein, die der Nationalrat 2012 erneut mit klarer Mehrheit annahm.

Nach dem Entscheid der WTO 2014 nahm auch der Ständerat das Einfuhrverbot endlich an. Nun tritt das Einfuhrverbot am 1. April 2017 in Kraft. Die internationalen Handelsbeschränkungen haben einen weltweiten Rückgang der erlegten Robben bewirkt, vor allem, weil die Preise für Robbenfelle eingebrochen sind. Dadurch ist die Robbenjagd immer weniger profitabel.

Geradezu rätselhaft verbissen und mit Millionen-Subventionen hält aber namentlich Kanada an den Massakern fest. So begab sich Vera Weber von 2011 bis 2013 jeden Frühling erneut zur Beobachtung vor Ort und belegte mit neuen Filmaufnahmen die Brutalität der Robbenabschlachtung – Massaker, die alle internationalen Tierschutzstandards verletzen.

Medienmitteilung

033017_MM_FFW_Importverbot_Robbenprodukte_CH.pdf