13.11.2014 – Fondation Franz Weber protests against killings of swans

The government of Nidwald, in Switzerland, recently decided to slaughter the swan population between the towns of Buochs and Ennetbürgen... An incomprehensible decision, sharply criticized by Fondation Franz Weber in its letter of November 12th, 2014, to the Nidwaldian government.

 

Here is the letter addressed to Mrs Kaiser, Director for Security and Justice in Nidwald (in German):

Zum Abschuss von Schwänen auf der Ennetbürger und Buochser Allmend
 
Sehr geehrte Frau Kayser,

Mit Empörung, Unverständnis und grösstem Befremden nehmen wir Kenntnis vom Abschusss dreier Schwäne auf der Ennetbürger und Buochser Allmend. Auch wenn die Abschüsse öffentlich angekündigt wurden, sind damit – trotz oder gerade wegen der massiven Proteste aus der Bevölkerung – heimlich Fakten geschaffen worden.

Nachfolgend eine Auflistung von Gründen, warum Abschüsse der absolut falsche Weg sind.

-       Schwäne sind in der Schweiz geschützt. Abschüsse geben das gefährliche Signal, dass hierzu-lande sogar bei geschützten Tierarten beim geringsten «Problem» (hier geht es um eine relativ kleine, «überdüngte» Grasfläche) zur Flinte gegriffen wird.

-       Auch wenn die Schwäne keinen Schutzstatus hätten, wären Abschüsse der falsche Ansatz. Der Sympathie, Freude und Fürsorge, die das Publikum diesen friedlichen und imposanten, frei lebenden Vögeln entgegenbringt, muss unbedingt Rechnung getragen werden. Die jetzt erfolg-ten Abschüsse sind in höchstem Grade ein öffentli­ches Ärgernis und rufen berechtigterweise Unverständnis, Abscheu und Empörung hervor. Und was für ein Beispiel geben wir unseren Kindern, unserer Jugend ?

-       Gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung (NLZ) haben Sie wiederholt ausgesagt: «Wir haben alle anderen möglichen Massnahmen geprüft und auch angewendet, und es hat nicht viel gebracht.» Wirklich? Haben die wenigen betroffenen Bauern beispielsweise versucht, gewisse Grasflächen effizient abzuzäunen?

-       Sie hätten sich diesbezüglich beispielsweise mit Peter Hausammann, Vize-Gemein­de­ammann von Ermatingen TG, in Verbindung setzen können. Die Seeufergemeinde am Untersee ist ebenfalls mit einer Schwanenpopulation konfrontiert, die sich an gewissen bevorzugten Gebieten niederlässt. «An einigen Stellen haben wir Zäune errichtet, damit die Schwäne nicht durchkommen», hat sich Hausammann gegenüber der Presse geäussert. Diese waren wirksam. Das Problem werde dadurch allerdings nur verlagert. Entscheidend ist aber, dass Zäune die Schwäne von gewissen Gebie­ten wirksam fernhalten können. Ein klares Signal an Sie und die Landeigentümerin, die Genossenkorporation Buochs!

-       Wichtiger noch: Bei allem Verständnis für das Problem hält Peter Hausammann nichts von Vergrämungsabschüssen, um andere Tiere abzuschrecken. «Das haben wir vor ein paar Jahren auch bei uns versucht. Ohne Erfolg. Die Schwäne liessen sich von ein paar toten Artgenossen nicht beeindrucken.» So lässt er sich im «Blick am Abend» vom 5. November 2014 zitieren.

-       Sie hätten es also von allem Anfang an wissen müssen: Abschüsse sind nicht nur verwerflich – sie bringen nichts! Und jetzt liefert Fabian Bieri, Nidwaldner Abteilungs­leiter Jagd und Fischerei, in der NLZ die bittere Bestätigung, die zu erwarten war: Die Abschüsse hätten nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. «Die rund 20 Schwäne, die wir mit dieser Methode vertreiben wollten, sind immer wieder gekommen.»

-       In der NLZ steht weiter: Bieri glaubt den Grund für die ausbleibende Wirkung zu kennen. «Schwäne in der Nähe des Flugplatzes sind sich die Knalllaute vielleicht gewohnt.» Auf diesem Gelände würden immer wieder Knallkörper losgelassen zum Schutz der Flugzeuge gegen Vogelschlag. «Wir haben beim Abschuss bemerkt, dass die übrigen Schwäne wenig Reaktionen zeigten. Erst als wir die toten Tier bargen, machten sich die anderen Schwäne davon – doch nicht für lange.» – Als ob man dies nicht im Voraus hätte wissen können!

-       Jetzt steht man wieder dort, wo man schon vor dieser sinnlosen Tötung hätte stehen können und müssen: Es braucht andere Massnahmen. Diese gilt es mit Bund und Kanton zu ermitteln und abzusprechen. Dass das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und auch die Vogelwarte Sempach letztlich wenig gegen die geplanten Abschüsse einwandten, ist für die Fondation Franz Weber (FFW) unverständlich. Wir werden uns auch an diese Instanzen wenden.

-       Die nun erfolgten Abschüsse, die wohl auch international Aufsehen erregen werden, sind mit der Vorreiterrolle, die sich die Schweiz in Sachen Umwelt-, Natur-, Arten- und Tierschutz selber immer wieder zuschreibt, nicht verein­bar. In Norddeutschland, den Niederlanden und Dänemark lassen sich zeitweise Tausen­de bis Zehntausende von Gänsen und Schwänen auf gewissen Flächen nieder. Verglichen damit erscheint das «Problem» in Nidwalden mit 20 Schwänen schlicht irrelevant.

-       Zudem haben Sie gegen den Volkswillen gehandelt. Umfragen in der Zentralschweiz und die zahlreichen Proteste zeigen, dass eine klare Mehrheit gegen solche Abschüsse ist. Diese sind zu einem Zeitpunkt erfolgt, wo der Schutz der be­troffenen Grasflächen kein Argument mehr sein konnte. Und dies noch dazu, obschon ein Nidwaldner Unternehmer angeboten hatte, die Landeigentümer für allfällige Landschäden aus seinem Privatvermögen zu entschädigen.

-       Das beschämende Fazit: In der Schweiz ist auch der kleinste Profit wichtiger ist als der Schutz des Lebens und der Artenvielfalt.  

In Erwartung einer Stellungnahme Ihrerseits verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen,

FONDATION FRANZ WEBER