19.02.2015 – Press conference: Secondary Homes Law

Fondation Franz Weber and Helvetia Nostra held a press conference today on the law project on secondary homes and Swiss tourism. Below, the press release in German.

Das Zweitwohnungsgesetz – Eine Gefahr für den Schweizer Tourismus

Zweitwohnungen könnten praktisch wie bis anhin weitergebaut werden. Dies ist zu befürchten, falls das Parlament in der anstehenden März-Session die Ausnahmebestim­mungen im Entwurf zum Zweitwohnungsgesetz gutheisst. Die Folge wäre eine weitere Verunstaltung der Schweizer Landschaft und damit eine veritable Gefahr für den Schweizer Tourismus. Davor haben die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra an ihrer heutigen Medienkonferenz gewarnt.

Unsere Landschaften sind das wichtigste Kapital für den Schweizer Tourismus. Der ungebremste Zweitwohnungs-Bau gefährdet dieses. Das Schweizer Volk hat dies begrif­fen und sich am 11. März 2012 gegen den schrankenlosen Bau von Zweitwohnungen ausgesprochen. Doch offenbar hat das Parlament kein Gehör für den Volkswillen und will die Initiative so lax wie auch immer möglich umsetzen.

Ein veritabler Ausnahmekatalog soll die Zweitwohnungsinitiative faktisch aushebeln: Wohnungen dürfen ohne jegliche Kontrolle auf Vermitt­lungsplattformen angeboten werden; praktisch unbegrenzte Möglichkeiten für Erweiterungen und Änderungen des Nutzungszwecks; Umnutzung von Hotels in Zweitwohnungen; alte Nutzungspläne mit Sonderbestimmungen, die Neubauten erlauben. Und jetzt soll das Gesetz auch noch für dringlich erklärt werden.

Dabei gibt es durchaus andere Möglichkeiten für die Bergregionen als der Bau von Zweitwoh­nungen: nachhaltiger Tourismus, der auch neue Arbeitsplätze schafft. Von der Schweizer Tourismus-Politik ist eine klare Richtungsänderung gefordert. Denn: «Die Kollateralschäden – nicht leistbares Wohnen für die Bevölkerung, Abwanderung, ungenutzte Infrastruktur und verschandelte Ortsbilder verbleiben den Regionen.» Dies sagte Gastreferent Rudolf Tucek an der heutigen Medienkonferenz dazu.

Abgesehen von der Missachtung des Volkswillens setzt das Parlament auch die Zukunft der Bergregionen aufs Spiel. Es bleibt die Hoffnung, dass das Parlament während der kommenden Session auf den Boden der Realität zurückkommt. Davon hängt es ab, ob ein allfälliges Referendum ergriffen wird oder nicht. «Noch kann der Volkwille eingehalten werden», stellte Vera Weber, Präsidentin der Fondation Franz Weber und von Helvetia Nostra, abschliessend fest: «Noch können wir miteinander reden. Und ein guter Schweizer Kompromiss kann entstehen.»