FR // Elefanten

Die Fondation Franz Weber kämpft seit 40 Jahren aktiv und an vorderster Front für das Überleben des Afrikanischen Elefanten und für ein komplettes Handelsverbot von Elfenbein.

Die Fondation Franz Weber (FFW) ist Partnerorganisation der Koalition für den Afrikanischen Elefanten (African Elephant Coalition, AEC) sowie der UNESCO bei Projekten zum Artenschutz und Schutz der Elefanten in Afrika. Zudem hat die FFW seit 1989 Beobachterstatus bei der CITES. Die Stiftung hat während 25 Jahren den Nationalpark Fazao-Malfakassa in Togo geführt und unterstützt zudem ein Programm zur Wertsteigerung von lebenden Elefanten durch den Tourismus (EleWatch) und eine Studie über Anti-Wilderer-Programme in afrikanischen Schutzgebieten (in Partnerschaft mit der IUCN PAPACO), um deren Massnahmen zu bewerten und Verbesserungen zu erleichtern.

Elefanten-Bestände um 30 Prozent kollabiert
Die im August 2016 veröffentlichten Ergebnisse der grossen afrikanischen Elefantenzählung offenbaren wie befürchtet schwarz auf weiss schockierende Resultate: In nur sieben Jahren, zwischen 2007 und 2014, sind die Bestände des Afrikanischen Elefanten um 30 Prozent kollabiert. In den 18 Ländern, wo die Zählung stattfand, ist die Zahl in diesem Zeitraum um rund 144’000 Tiere auf 352’271 Elefanten abgesackt. Dies entspricht einem jährlichen Einbruch der Elefantenpopulationen um acht Prozent. Dauert das Massentöten in diesem Tempo an, wird der Afrikanische Elefant in nur 15 Jahren ausgerottet sein.

Die Ursache: Elfenbein-Wilderei. Und diese ist insbesondere nach legalen Elfenbein-Lagerverkäufen 2008 regelrecht explodiert. Die Befürworter weiterer legaler Elfenbein-Verkäufe operieren nicht mit diesen alarmierenden neusten Bestandeszahlen. Vielmehr drängen sie die CITES mit beschönigenden Zahlen von bis zu 500’000 Tieren, den Afrikanischen Elefanten, nicht einheitlich unter dem strengsten Schutzstatus, also unter Anhang I zu listen.

Die internationale Kampagne für ein totales Elfenbeinverbot wird an der 17. Mitgliedsstaatenkonferenz (CoP17) der CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, deutsch Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) im September/Oktober 2016 in Johannesburg, Südafrika, von der FFW angeführt.

„In den letzten 33 Jahren wurden 61 Prozent der Afrikanischen Elefanten aufgrund des Elfenbeinhandels getötet. Die Zahlen der letzten Jahre weisen auf eine starke Zunahme der Wilderei hin. Zwischen 2010 und 2012 wurden in Afrika mindestens 100‘000 Elefanten wegen ihres Elfenbeins getötet. 2013 bis 2015 zwischen 20’000 und 30’000 pro Jahr.“

Laut Vera Weber, Präsidentin und CEO der Fondation Franz Weber, die sich seit 40 Jahren für den Schutz des Afrikanischen Elefanten einsetzt, zeigt dies deutlich, dass das aktuelle System nicht funktioniert und unausführbar ist.

Zurzeit sind die Afrikanischen Elefanten teils unter CITES-Anhang I und teils unter Anhang II eingestuft. Dies bedeutet, dass jene Länder, in denen die Elefanten dem Anhang II unterstehen (eine Splittergruppe, die Botsuana, Namibia, Südafrika und Zimbabwe umfasst) unter gewissen Bedingungen eine CITES-Genehmigung zum internationalen kommerziellen Elfenbeinhandel erhalten; so geschehen 1999 und 2008. Gleichzeitig verbietet der Anhang I für alle übrigen Länder des Kontinents jeglichen Elfenbeinhandel.

«Der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) ist eine Art. Das muss sich auch so in der CITES-Listung ausdrücken», erklärt Andrew Seguya, Exekutivdirektor der ugandischen Wildtierbehörde: «Ein Elefant, der am Morgen in Angola unter CITES-Anhang I aufwacht, kann am gleichen Nachmittag durch Namibia streifen, unter Anhang II. Alle Nationen müssen auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten: die Bewahrung der Elefanten vor der Ausrottung. Deshalb sollten alle Elefanten unter Anhang I eingestuft sein.»

Abnehmer geben dem Elfenbein weiterhin einen kommerziellen Wert, solange der Handel damit unter dem Anhang II noch eine Zukunftsperspektive hat. Entsprechend werden Kriminelle weiterhin Elefanten wildern, den Markt mit Elfenbein versorgen und Reserven für künftige Verkäufe anlegen.

Die FFW Weber arbeitet eng mit der Koalition für den Afrikanischen Elefanten (African Elephant Coalition, AEC) zusammen, einer Gruppe von 29 afrikanischen Staaten, die 70 Prozent der Staaten im Verbreitungsgebiet umfassen. Die AEC anerkennt die grosse Gefahr des legalen und illegalen Elfenbeinhandels für die Elefanten. Aus diesem Grund hat sie fünf einander ergänzende Anträge an die 17. Vertragsparteienkonferenz der CITES von September/Oktober 2016 eingereicht.

Diese beinhalten:

  • Verbot des internationalen Elfenbeinhandels durch Listung aller Elefanten in Anhang I;
  • Schliessung sämtlicher Binnenmärkte für Elfenbein;
  • Verwaltung und Zerstörung von Elfenbeinvorräten;
  • Abbruch der Gespräche über den Entscheidungsmechanismus für legalen Elfenbeinhandel;
  • Beschränkung der Exporte lebender Elefanten.

Gemeinsam würden diese Anträge den Elfenbeinhandel beenden und dem Afrikanischen Elefanten den höchsten Schutz unter internationalem Recht gewähren.

Bis heute unterstützen Frankreich, Luxemburg, sowie nebst der FFW 58 Nichtregierungsorganisationen die Anträge. Eine Avaaz-Petition mit über 1,6 Millionen Unterschriften fordert die EU auf, die Anträge der AEC für ein totales Handelsverbot von Elfenbein zu unterstützen. Über 32‘000 Bürger haben Emails an ihre Regierungen sowie an die EU-Kommission geschickt.

Die USA haben in ihrem Binnenmarkt ein nahezu vollständiges Verbot des Elfenbeinhandels durchgesetzt. China hat Importe von Elfenbein verboten und einen Fahrplan für die Schliessung des Binnenmarkts per Ende 2016 präsentiert. Auch Hong Kong hat bekannt gegeben, seine Märkte für Elfenbein zu schliessen. Die EU hat mehrere Erklärungen auf hoher Ebene unterzeichnet, die ein Ende des Handels mit Wildtieren, die Schliessung von Binnenmärkten und Initiativen für die Reduktion der Nachfrage fordern. Aber leider unterstützt die EU den Antrag für Anhang I bis heute nicht.

«Der wichtigste Entscheid für Elefanten wird im September und Oktober 2016 in Südafrika fallen» so Vera Weber. «Die 182 Mitgliedsstaaten werden beschliessen, ob sie die Elefanten retten, oder ob sie ihr Abschlachten und Aussterben weiterhin verantworten wollen.»

Um vertiefte Informationen und Impressionen zum Thema Elefanten zu erhalten, finden Sie hier Beiträge aus verschiedenen Ausgaben des Journal Franz Weber (JFW).