05.02.2018
Vera Weber

Gute und schockierende Nachrichten von der Elfenbein-Front

Erfreuliche und schreckliche Nachrichten rund um den Schutz der Afrikanischen Elefanten wechseln sich ab. So hat Hongkong – der grösste Umschlagsplatz für Elfenbein – ein Verbot des Elfenbeinhandels angekündigt. Gleichzeitig ist in Nairobi einer der grössten Elefantenschützer, Esmond Martin, ermordet worden. Und in Tschad haben Elfenbein-Wilderer erneut gegen 20 Elefanten massakriert.

Mit dem Verbot des Elfenbeinhandels unternimmt Hongkong einen wichtigen Schritt zum Schutz der Elefanten. In einer Abstimmung des Parlaments der chinesischen Sonderverwaltungszone ist mit grossem Mehr ein Gesetz für ein Ende des grössten Elfenbeinmarkts der Welt bis 2021 verabschiedet worden. Vera Weber begrüsst die Entscheidung. «Das ist gut für Afrikas Elefanten.» Gleichzeitig kritisiert die Präsidentin der Fondation Franz Weber (FFW) die lange Übergangszeit bis zum Inkrafttreten der neuen Regelung.

Nachdem bereits China zum Ende vergangenen Jahres den Elfenbeinhandel untersagt hatte, ist es nun wichtig, dass die EU(!) und Länder wie Vietnam, Thailand und Myanmar nachziehen. Als der internationale Handel 1989 verboten wurde, hatten Hongkongs Händler Schätzungen zufolge Vorräte von 670 Tonnen Elfenbein angehäuft. Schon heute erlaubt Hongkong offiziell nur den Handel mit diesem alten Elfenbein. «Doch zweifellos wird in Hongkong auch das Elfenbein frisch gewilderter Elefanten gehandelt», sagt Vera Weber. Sie befürchtet, dass die vorgesehene lange Übergangszeit missbraucht wird, um weiter frisches Elfenbein einzuschmuggeln.

Die aktuellen Erfolge zur Eindämmung des Elfenbeinhandels sind ein entscheidendes Mitverdienst der FFW. Sie kämpft seit Jahrzehnten gut vernetzt und an vorderster Front auf internationaler Ebene für einen konsequenten und nachhaltigen Schutz des Afrikanischen Elefanten. «Doch der Druck auf die Elefanten in Afrika ist weiterhin entsetzlich hoch», unterstreicht Vera Weber. «Dies zeigt das aktuellste Elefanten-Massaker in Tschad.» Laut offiziellen Angaben wurden letzte Woche mindestens 19 Tiere im Norden Tschads durch Wilderer abgeschlachtet.

Ein weiterer schlimmer Rückschlag ist die Ermordung von Esmond Bradley Martin am Sonntag, 4. Februar 2018 in Nairobi. Der unabhängige amerikanische Top-Ermittler († 75) hat mit seiner Aufdeckung der Wilderei gegen Elefanten und Nashörner und des weltweiten Handels mit deren Produkten eine Schlüsselrolle für den Schutz dieser Tiere eingenommen. «Die Welt verliert damit einen wichtigen Tier- und Naturschützer – und wir einen schlagkräftigen Mitstreiter», meint Vera Weber traurig. «Dies alles zeigt, wie vordringlich der Schutz für die Afrikanischen Elefanten bleibt.»