März 2009

Der Lebensraumschützer

«Gott schläft im Stein, träumt in der Pflanze, erwacht im Tier und handelt im Menschen» steht am Anfang des Buches «Friede mit der Schöpfung», Franz Webers zuletzt erschienener Publikation (2009). Der Autor erinnert mit diesem indianischen Sprichwort nicht nur an Immanuel Kants kategorischen Imperativ, welcher besagt, dass jeder Mensch nach derjenigen Maxime handeln sollte, durch die er zugleich will, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. Denn mehr als an Kants Moralphilosophie hält sich Franz Weber an einen anderen Philosophen, an Arthur Schopenhauer, der über eine vernünftige Natur der Menschheit hinaus geht und alle lebenden Wesen miteinbezieht. Der formale Unterschied zwischen Mensch und Tier wird aufgehoben. «Wir werden uns endlich mit den Tieren, den Pflanzen, mit allem, was uns umlebt, verständigen, ergänzen; wir werden mit ihnen harmonieren, mit ihnen im wahren Sinne des Wortes zusammenleben können», ist Franz Weber überzeugt.

Seit fünf Jahrzehnten kämpft Weber für einen moralisch verantwortbaren Umgang mit den Tieren und der Natur. «Wie wohl den allermeisten Schweizerinnen und Schweizern sind Sie für mich die Verkörperung von Umweltschutz im weitesten Sinne, noch bevor diesem Begriff die heutige Popularität zuteil wurde», schrieb der ehemalige Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger über den berühmtesten Umweltschützer der Schweiz. Und Jean Ziegler, Menschenrechts-Experte der UNO, bezeichnet Franz Weber als «einen der grössten und bedeu- tendsten Europäer unserer Zeit».

«Ich bin ein Lebensraumschützer» zieht der 90-jährige Franz Weber in aller Bescheidenheit Bilanz über sein eindrückliches Leben und herausragendes Lebenswerk, welches auf diesen Seiten mit einigen wenigen (von sehr vielen!) Beispielen gewürdigt werden soll.