Vier Jahre nach ihrem offenen Brief an die Regierung des Kantons Uri sieht sich die Fondation Franz Weber in ihrer Haltung bestätigt: Das Bundesamt für Raumentwicklung beurteilt das Bauprojekt mit künstlichem Hafen auf der Halbinsel Isleten als nicht bewilligungsfähig. Was die FFW im Februar 2022 öffentlich darlegte, wird nun von höchster fachlicher Instanz deutlich bestätigt. Die FFW bietet Hand zum Dialog, denn die Isleten braucht Zukunft.
Der Urnersee, östlichster und attraktivster Teil des Vierwaldstättersees, ist Teil eines Gebiets von nationaler Bedeutung und einzigartig in vielerlei Hinsicht: Seine fjordartige Einbettung in steile Bergflanken, das Reussdelta mit seinen Unterwasserwiesen, die Flachmoore von nationaler Bedeutung sowie das weitgehend ungestörte Zusammenspiel von See, Ufer und Felswänden machen die Region zu einem Natur- und Kulturerbe von herausragender Qualität.
Mit Bestürzung hatte deshalb die Fondation Franz Weber (FFW) vor über vier Jahren zur Kenntnis genommen, dass in dieser Region zwei Yachthäfen geplant waren. Die FFW rief daraufhin in einem offenen Brief – erschienen am 16. Februar 2022 im «Urner Wochenblatt» – die Urner Regierungsmitglieder dazu auf, die Verunstaltung des Urnersees und seiner Umgebung zu verhindern.
Trotz Reduktion bleibt das Projekt unrealisierbar
Unterdessen reduzierte der Investor Sami Sawiris seine Investitionspläne. Doch am Tourismus-Projekt mit einem Yachthafen am westlichen Ufer des Urnersees hielt er fest. Hierfür hätte die Uferlinie des Urnersees aufgebrochen werden müssen – ein schwerwiegender und zerstörerischer Eingriff in die Natur und Landschaft. Unterstützt und, wie sich zeigt, falsch beraten, wurde der Investor in seinem Vorhaben von der Urner Regierung sowie verschiedenen Promotoren.
Nun ist es gekommen, wie es kommen musste, und die Stellungnahme der Eidgenössischen Amtes für Raumentwicklung (ARE) ist an Deutlichkeit nicht zu übertreffen: Das ARE spricht in seinem Vorprüfungsbericht von einer «schwerwiegenden Beeinträchtigung» der geschützten Landschaft. Besonders ins Gewicht fallen die massive Wirkung der Neubauten und des künstlichen Hafens sowie die Verletzung zentraler Schutzziele auf höchster Gesetzesstufe.
Damit bestätigt die Fachbehörde, dass das vorliegende Projekt in seiner geplanten Form mit den bundesrechtlichen Vorgaben niemals vereinbar ist.
Fachlich sorgfältig, rechtlich klar – politisch ignoriert
Die Stellungnahme des ARE ist fachlich fundiert und gesetzlich hervorragend abgestützt. In Fachkreisen kommt sie nicht überraschend.
Umso befremdlicher wirkt der Versuch des Urner Regierungsrats, den früheren Volksentscheid «Isleten für alle» im Nachhinein als Legitimation für das konkrete Investorenprojekt zu deuten. Die damalige Abstimmung hatte die Pläne des Investors nicht zum Gegenstand.
Das ARE verlangt unter anderem den vollständigen Verzicht auf den landseitigen Bootshafen. Dies entspricht der Kernforderung der FFW. Gemäss dem Urner Regierungsrat würde eine solche Überarbeitung dem Projekt «die wirtschaftliche Basis» entziehen.
Für die FFW stellen sich daher unweigerlich folgende Fragen:
•Wenn ein Projekt nur durch schwerwiegende Eingriffe in eine geschützte Landschaft wirtschaftlich tragfähig ist – ist es dann überhaupt zukunftsfähig?
•Wie lange noch will der Kanton Uri ein nicht gesetzeskonformes Projekt eines Investors unterstützen, das seit Jahren negative Schlagzeilen produziert?
•Wie lange sollen Fachleute und Steuergelder für ein Vorhaben eingesetzt werden, das sich bereits heute als faktisch nicht realisierbar präsentiert?
•Wie lange will man sämtliche Chancen für eine gesetzeskonforme Arealtransformation vertun, indem man an einem zunehmend isolierten Projekt festhält?
Die FFW ist überzeugt: Jetzt ist der Moment, Konsequenzen zu ziehen!
Zukunft der Isleten: Chancen statt Chaos
Es geht nicht um Gesichtsverlust – weder für die Behörden noch für den Investor Samih Sawiris. Vielmehr geht es um eine Neuausrichtung.
Die FFW ruft dazu auf, ernsthaft Alternativen zu prüfen und Grundbesitzer, Raumplaner, Umweltfachleute, Unternehmerinnen und allfällig weitere Investoren einzubinden.
Das Ziel muss sein, Lösungen zu entwickeln, die wirtschaftlich tragfähig und landschaftlich sowie ökologisch verantwortbar sind. Es geht darum, die Isleten als Chance für eine zukunftsgerechte Entwicklung zu begreifen – im Einklang mit Gesetz und Natur. Der Urnersee ist ein Geschenk der Natur – und Teil unserer nationalen Identität.
Die FFW bietet Bereitschaft zum Dialog
Die Fondation Franz Weber ist bereit, gemeinsam mit dem Grundbesitzer, Investoren sowie lösungsorientierten Kräften aus Politik und Wirtschaft an einer konstruktiven Perspektive für die Isleten mitzuwirken.
Jetzt braucht es Stimmen der Vernunft und den Mut, neue Wege zu gehen.