Die Problematik

Die Biodiversität in unseren Weltmeeren ist in Gefahr. Insbesondere die Korallenriffe sind hochgradig gefährdet. Fast ein Drittel ist weltweit bereits zerstört. «Die Lage ist dramatisch.» So brachte es UN-Generalsekretär António Guterres bei seiner Ansprache zur Einberufung der Meeresschutzkonvention der Vereinten Nationen 2017 auf den Punkt.

Für die dramatische Lage gibt es zahlreiche Gründe:

  • Der Klimawandel führt zu Korallensterben: Die Meere spielen bei der Regulierung des Klimas eine zentrale Rolle. Nicht nur erwärmen sich die Meere, wodurch die Korallen absterben, sie absorbieren ein Drittel des Treibhausgases CO2, welches sich in der Atmosphäre befindet. Steigt der Kohlendioxidgehalt in der Luft, nehmen die Ozeane — um das Gleichgewicht wiederherzustellen — ebenfalls grössere Mengen des Gases auf. Das CO2 löst sich im Wasser, wodurch Kohlensäure entsteht und der pH-Wert des Wassers sinkt: Das Wasser wird saurer. Drauf reagieren vor allem kalkhaltige Lebewesen wie Korallen, Kalkalgen und Schalentiere sensibel und sterben ab.
  • Die Verschmutzung der Ozeane bedroht marines Leben und ihre Lebensräume: Neun Millionen Tonnen Kunststoffabfälle gelangen jährlich in die Ozeane. Hinzu kommen tausende Tonnen an Öl und ölbasierten Kraftstoffen sowie Dünger, Pestizide und Chemikalien, die unseren Meeren zu schaffen machen.
  • Die Hochseefischerei ist ungenügend reguliert: Mit dem weltweit wachsenden Appetit auf Meerestiere plündert der Mensch die Ozeane und bringt Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Die Überfischung ist eine riesige Bedrohung für die Gesundheit der Meere und das Überleben seiner Bewohner.
  • Die Aquarienindustrie und die Zooindustrie plündert Korallenriffe: Fast alle Korallen- und Korallenfischarten, welche im internationalen Handel erhältlich sind, stammen aus der Wildnis. Bei Fang, Handhabung und Transport können bis zu 80% der Tiere sterben, bevor sie überhaupt ein Aquarium erreichen.
  • Der Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen ist weiterhin erlaubt: Nach wie vor können, trotz des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) – viele davon Meereslebewesen – weltweit unkontrolliert gehandelt werden, obwohl sie vom Aussterben bedroht sind.

Unser Projekt

Die Fondation Franz Weber setzt sich dafür ein, die katastrophale Situation unserer Ozeane mit verschiedenen Projekten zu verbessern:

Die FFW wehrt sich gegen die Plünderung der Ozeane durch die Aquarienindustrie. Denn auf die Zierfische, Korallen und anderen Tieren aus den Meeren wartet ein trauriges, kurzes Leben im Aquarium – falls sie den strapaziösen Transport überhaupt überleben. Die FFW setzte sich 2019 erfolgreich gegen den Bau eines Grossaquariums vom Zoo Basel ein und unterstützt Bestreben gegen das geplante SharkCity in Deuschland, das Haie aus aller Welt zeigen will.

Insbesondere nutzt die FFW ihre Rolle als offizielle Beobachterin bei der CITES, um im Rahmen des Übereinkommens über den Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen eine bessere Durchleuchtung und Kontrolle des internationalen Zierfischhandels zu erreichen.

Zudem unterstützt die FFW mit der «Gran Seaflower»-Kampagne die Bestrebungen von sechs Karibikstaaten, um die Tierwelt und das Ökosystem des einzigartigen Naturerbes zu retten.

 

Weitere Projekte:

Unsere Ziele

  • Die Artenvielfalt und die einzigartigen Ökosysteme der Ozeane schützen und erhalten
  • Aufnahme weiterer bedrohter mariner Zierfische in die Anhänge des UNO-Übereinkommen CITES
  • Regulierung, Kontrolle und Überwachung des marinen Zierfischhandels für die Aquarienindustrie
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit über die Problematik des Fangs von Meereszierfischen
  • Verhinderung von Grossaquarien wie das erfolgreich abgelehnte «Ozeanium» in Basel

Aktuelles

Zahlen und Fakten

***

0 Drittel
der Korallenriffe ist bereits zerstört
0 Drittel
des Treibhausgases CO2 wird durch die Meere absorbiert
0 Millionen Tonnen
Kunststoffabfälle landen jährlich in den Ozeanen