Die Problematik

Zerstörung der Landschaft, Gifte, Klimawandel, künstliche Hindernisse, Lärm – Zugvögel sind heute durch eine Vielzahl von Faktoren gefährdet. Gleichwohl ist die Zugvogeljagd in Südeuropa leider noch immer sehr verbreitet.

Über Jahre, war der 787 Meter hohe Pass zwischen den französischen Städten Aubenas und Privas im Departement Ardèche in den Händen von Vogeljägern. Im März, wenn die Zugvögelschwärme von Afrika her via Spanien nordwärts fliegen, segeln die abgemagerten Tiere energiesparend knapp über den Sattel hinweg, um in einem leichten Sinkflug weiterzuziehen. Das ist der Glücksmoment für die hinter Laubwerkständen lauernden Vogeljäger: Sie feuern aus allen Rohren, die Schrotgarben schlagen in die ahnungslosen Vögel und reissen grosse Lücken in die Schwärme. Zu dutzenden fallen die getroffenen Tiere tot oder verletzt zu Boden. Es sind viele geschützte darunter und insgesamt an die 130 Vogelarten, meist Ringel- und Turteltauben, aber auch Mauersegler, Rauchschwalben, Feldlerchen, Stare, Zeisige, Girlitze, Bachstelzen und sogar Störche sowie Greifvögel.

Der Park

Trotz klarer Gesetzeslage greift der französische Staat nicht ein. Deshalb hat die französische Vogelschutzförderation FRAPNA (Fédération Rhône-Alpes de la Nature) die Fondation Franz Weber um ausländische Hilfe gebeten. Da zu diesem Zeitpunkt auf dem Col de l’Escrinet ein Bauer sein Land verkaufen wollte, versuchte die FFW im Juni 1999, von der in Frankreich bei landwirtschaftlichem Boden immer zwischengeschalteten staatlichen Genossenschaft SAFER, zu kaufen. Doch SAFER verkaufte das strategisch wichtige Gelände an die Vogeljäger. Die Fondation setzte daraufhin alle juristischen, politischen und medialen Hebel in Bewegung um dem illegalen Vogelmassaker ein Ende zu setzen.

Von der Todesfalle zur Ruhezone: 2001 erwirbt die Fondation ein kleines Grundstück in der Mitte des Passes, den Tourrasse-Hügel. Dadurch kehrt dort, wo früher die Jäger lauerten, um jedes fliegende Lebewesen abzuknallen, endlich Frieden ein. Die Wilderer müssen Ornithologen, Naturfreunden und Umweltschützern weichen. Heute werden die Zugvögel über dem Col de l‘Escrinet nicht mehr abgeschossen, sondern bewundert und gezählt.

Unsere Ziele

  • Schutzgebiet für die Zugvögel, die das Gebiet über dem Col de l’Escrinet auf ihrer Reise überfliegen
  • Beobachten und Zählen all der im Gebiet vorkommenden Vogelarten und Schutz vor Jagd und Abschüssen
  • Beitragen zur Erforschung der zahlreichen Zugvogelarten Europas
  • Die Landschaft im Ardèche-Gebiet vor der Zerstörung bewahren

Zahlen und Fakten

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0 Vogelarten
zählen Ornithologen auf dem Col de l' Escrinet insgesamt
0 begann
die Rettungsaktion der Fondation Franz Weber für die Zugvögel auf dem Col de l' Escrinet
0 Vogelfreunde
treffen sich täglich, um die Vogelzüge zu bewundern