20.04.2026
Anna Zangger

Die Koalition für den Afrikanischen Elefanten bekräftigt ihr Engagement

Vom 31. Januar bis 5. Februar 2026 versammelten sich 25 der 32 Mitgliedstaaten der Koalition für den Afrikanischen Elefanten (AEC) im Amboseli-Nationalpark in Kenia, um ihre Zusammenarbeit für einen konsequenten und nachhaltigen Schutz der Afrikanischen Elefanten zu bekräftigen. Für die FFW, langjährige Partnerin und Unterstützerin der AEC, ist die verabschiedete Erklärung ein starkes politisches Signal der Hoffnung.

Ein strategisch günstiger Zeitpunkt für den Schutz der Afrikanischen Elefanten

Die Koalition für den Afrikanischen Elefanten wurde 2008 in Bamako (Mali) gegründet und umfasst heute zweiunddreissig Staaten, auf deren Gebiet diese Tierart heimisch ist. Sie alle eint die Überzeugung, dass der Afrikanische Elefant als ikonische Spezies eines gesamten Kontinents streng geschützt werden muss, was sich nur durch gemeinsames und koordiniertes Handeln der afrikanischen Staaten erreichen lässt.  

Im Amboseli-Nationalpark in Kenia, einer symbolträchtigen Landschaft, über der sich der Kilimandscharo erhebt, arbeiteten die Vertreterinnen und Vertreter von fünfundzwanzig Mitgliedstaaten fünf Tage lang an der Institutionalisierung der AEC und entwickelten gemeinsame Ziele für die nächsten Jahre. Im Zentrum der Gespräche standen die wichtigsten Herausforderungen für die Tierart: Wilderei und grenzüberschreitende kriminelle Netzwerke, zunehmender Druck auf die Lebensräume, vermehrte Konflikte zwischen Mensch und Elefant sowie die Notwendigkeit, die Kapazitäten der staatlichen Stellen im Hinblick auf Schutz und Management zu stärken. 

In einem internationalen Kontext, der manchmal Kompromisse erfordert, die den Artenschutz schwächen, bot das Treffen in Amboseli Gelegenheit, einen klaren Grundsatz erneut zu bekräftigen: Der Afrikanische Elefant kann nur dann wirksam geschützt werden, wenn die Länder seines Verbreitungsgebiets eng zusammenarbeiten. 

Eine positive politische Dynamik und eine gestärkte gemeinsame Front

Zu den wichtigsten Ergebnissen des Treffens zählt die klare Willensbekundung der Mitgliedsländer, in internationalen Foren zum Thema wildlebende Tiere mit einer Stimme zu sprechen. Eine solche Koordinierung ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere in den Debatten um den internationalen Handel mit gefährdeten Arten und im Rahmen der Massnahmen zum Management der Elefantenpopulationen. 

Die Delegationen betonten ausserdem, wie wichtig es ist, die lokalen Gemeinschaften, die in der Nähe von Elefanten leben, zu unterstützen. Der Schutz der Art kann nicht losgelöst von der Sicherheit der Bevölkerung, der Anerkennung ihrer täglichen Belastung und der Einrichtung konkreter Instrumente für das Zusammenleben betrachtet werden. Mehrere Länder berichteten über ihre Erfahrungen mit der Prävention von Konflikten, Warnsystemen, dem Schutz von Anbauflächen und der Einbeziehung der Gemeinschaften in die Überwachung und Erhaltung.

Die Stärkung der Kapazitäten stand im Zentrum

Alle teilnehmenden Länder betonten die Notwendigkeit, mehr in die Aufklärung zu investieren, um angemessen auf Konflikte zwischen Mensch und Elefant zu reagieren, den Verlust von Lebensräumen einzudämmen, Wanderkorridore aufrechtzuerhalten und Elfenbeinhandel und organisierte Kriminalität effizienter zu bekämpfen. 

Die FFW griff diese Forderung auf, indem sie vor Ort mehrere Workshops und Konferenzen zu folgenden Themen organisierte:

• Biologie der Elefanten – von Dr. Keith Lindsay, Biologe und Experte für Afrikanische Elefanten; 

• Auswirkungen auf die internationale Gesetzgebung – in Zusammenarbeit mit einer  FFW-Partnerorganisation David Shepherd Wildlife Foundation;

• Bestandserfassung (insbesondere dank der Beteiligung der IUCN-Expertengruppe für den Afrikanischen Elefanten);

• Umgang mit Konflikten zwischen Mensch und Elefant – mit einem wesentlichen Beitrag des Amboseli Trust for Elephants (ATE), einer Organisation, die die Elefanten im Nationalpark seit fünfzig Jahren individuell beobachtet; und

• Mechanismen zur Finanzierung des Artenschutzes – Vortrag von Tom Sciolla, Experte der FFW für den Erhalt der Biodiversität und die Umwandlung von Zoos.

Die Qualität dieser Präsentationen stand dem anschliessenden facettenreichen und fundierten Austausch in nichts nach.

Amboseli – lebendiges Symbol für die Herausforderungen des Artenschutzes

Dass die Wahl auf den Amboseli-Nationalpark fiel, war kein Zufall. Der Park ist auf der ganzen Welt bekannt für seine Elefantenpopulationen und die vor Ort durchgeführten langfristigen Forschungsprogramme. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten hier unmittelbar miterleben, wie komplex das Management von Elefanten in Landschaften ist, in denen die Verwaltungsgrenzen weder die Wanderrouten noch die ökologischen Gegebenheiten abbilden. 

Diese Beobachtungen untermauerten eine zentrale Botschaft des Treffens, nämlich dass sich der Schutz der Afrikanischen Elefanten nicht auf isolierte Schutzgebiete beschränken darf. Er muss landschaftsübergreifend angegangen werden, wobei Wanderkorridore und die Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten ebenso berücksichtig werden müssen wie klimatische Herausforderungen, die sich schon jetzt auf die Verfügbarkeit von Wasser und Ressourcen auswirken.

Lebende Elefanten müssen in Afrika bleiben

Die teilnehmenden Staaten bekräftigten zudem eine wissenschaftlich belegte Überzeugung: Elefanten dürfen nicht in Gefangenschaft in Zoos oder Zirkussen ausserhalb Afrikas gehalten werden. Die Erhaltung der Afrikanischen Elefanten muss ausschliesslich in situ erfolgen, das heisst, in ihrem natürlichen und historischen Verbreitungsgebiet. 

Jeder Elefant, der einem Leben in freier Wildbahn entrissen wird, um die Zooindustrie zu befriedigen, ist aus ökologischer Sicht ein verlorener Elefant. Denn er erfüllt nicht mehr seine Aufgabe als Baumeister der Ökosysteme, trägt nicht mehr zur Dynamik und Widerstandsfähigkeit wildlebender Populationen bei, und es werden ihm die Bedingungen verweigert, die das Leben eines Elefanten ausmachen. 

Eine Botschaft der Hoffnung für die kommenden Jahre 

Die AEC-Mitgliedstaaten haben sich verpflichtet, ihre Mechanismen für Überwachung und Informationsaustausch zu stärken und ihre Positionen für die nächsten Termine auf internationaler Bühne gemeinsam vorzubereiten. In einer Welt, in der die biologische Vielfalt beängstigend schnell schrumpft und der Elfenbeinhandel noch immer existiert, ist das Zusammenkommen von fünfundzwanzig afrikanischen Staaten, die ein gemeinsames Ziel verfolgen – den strengen Schutz der Afrikanischen Elefanten und die Erhaltung ihrer Zukunft in freier Wildbahn – ein äusserst starkes politisches Signal. 

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