02.06.2026
FONDATION FRANZ WEBER

Wikie und Keijo: Keine Verlegung der beiden letzten französischen Orcas nach Teneriffa!

Nach Ansicht der Fondation Franz Weber (FFW) stellt eine Verlegung der beiden Tiere, Wikie und Keijo, nach Teneriffa keine akzeptable Lösung dar. Sie widerspricht dem Ziel des französischen Gesetzes aus dem Jahre 2021, das die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft beendet. Die FFW fordert deshalb die spanischen Behörden auf, ihre Ablehnung der Verlegung von Wikie und Keijo in den Loro Parque aufrechtzuerhalten. Sollte diese Haltung geändert werden, wird die FFW alle ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel ausschöpfen, um das Vorhaben zu verhindern.

Das französische Gesetz beruht auf einer klaren Erkenntnis: Orcas und Delfine sind hochintelligente und soziale Tiere, deren biologische und verhaltensbedingte Bedürfnisse in künstlichen Becken nicht erfüllt werden können. Der französische Gesetzgeber erkannte zudem an, dass in Delfinarien gehaltene und gezüchtete Meeressäuger keinen Beitrag zum Schutz wildlebender Populationen leisten.

Die Schweiz hatte bereits 2012 mit dem Verbot der Einfuhr von Walen und Delfinen ein wichtiges Zeichen gesetzt, und Frankreich ist dafür zu würdigen, diesen Weg 2021 weitergegangen zu sein. Das Verbot beantwortet jedoch nicht die Frage, was mit den Tieren geschieht, wenn die Einrichtungen, die sie halten, ihren Betrieb einstellen. Fünf Jahre nach Verabschiedung des französischen Gesetzes gibt es für die letzten von diesem Übergang betroffenen in Gefangenschaft gehaltenen Wale und Delfine noch immer keine wirklich zufriedenstellende und tiergerechte Lösung.

„Das französische Gesetz von 2021 wurde nicht verabschiedet, damit Orcas weiterhin von einem Becken ins nächste verlegt werden. Es wurde verabschiedet, weil Gefangenschaft, Zucht und Shows mit Walen und Delfinen nicht länger zu rechtfertigen waren“, betont die Fondation Franz Weber (FFW).

Nach Auffassung der FFW darf die heute von den französischen Behörden und den Eigentümern des Marineland beschworene „Dringlichkeit“ nicht als Vorwand für eine übereilte und schlecht begründete Entscheidung dienen. Die Schliessung des Parks und die Zukunft des Geländes waren seit Jahren bekannt. Der aktuelle Druck scheint eher wirtschaftlichen Interessen und Immobilienentwicklungsprojekten zu dienen als den Bedürfnissen von Wikie und Keijo.

Die FFW unterstützt eine respektvollere Alternative: den Verbleib der beiden Orcas in Antibes, bis ein geeignetes Meeresschutzgebiet sie aufnehmen kann. Das Whale Sanctuary Project wird derzeit in Nova Scotia (Kanada) errichtet. Zwar sind die Gewässer dort kälter als in Frankreich, doch Wikie und Keijo stammen von isländischen Orcas ab. Sie sind physiologisch an kalte Meeresumgebungen angepasst, weshalb eine Umsiedlung nach Nova Scotia mit einer schrittweisen, tierärztlich begleiteten Eingewöhnung und einer sorgfältigen Betreuung möglich sein sollte. Zudem hat sich das Whale Sanctuary Project bereit erklärt, die Betreuung der Orcas in Antibes bis zu ihrer Umsiedlung sicherzustellen. Dafür werden jedoch finanzielle Mittel benötigt, sowohl für ihre Versorgung als auch für die Fertigstellung des kanadischen Schutzgebiets.

Ein Schutzgebiet ist keine risikofreie Lösung. Es ist jedoch die einzige Option, die Wikie und Keijo die Aussicht auf ein besseres Leben bietet. Der Loro Parque hingegen steht für ein Ergebnis, dessen Folgen bereits bekannt sind: lebenslange Gefangenschaft. Die beiden Orcas würden dort dieselben künstlichen Becken, dieselben Vorführungen vor Publikum und die selben Zuchtprogramme vorfinden, von dem Frankreich sich 2021 ausdrücklich verabschieden wollte. Für Wikie und Keijo wäre dies kein Neuanfang, sondern die Fortführung der Ausbeutung. Umso besorgniserregender ist dies, als in den vergangenen Jahren vier Orcas im Loro Parque gestorben sind.

Bei einem Besuch vom 31. Mai bis 1. Juni 2026 konnten Vertreter der FFW die Anlagen der „Orca Ocean“ im Loro Parque direkt besichtigen. Der verfügbare Raum erscheint für Tiere von der Grösse und sozialen Komplexität von Orcas äusserst begrenzt, zumal einzelne Tiere regelmässig von der Gruppe getrennt werden müssen. Die mögliche Aufnahme von Wikie und Keijo wirft daher ernsthafte Fragen hinsichtlich der Integration von sechs Orcas in bereits stark eingeschränkten Anlagen auf. Die FFW besuchte zudem die täglichen Orca-Shows, die in einer Umgebung mit ständiger Unruhe, grossem Besucherandrang, verstärkter Musik, Lautsprecherdurchsagen und lautstarken Reaktionen des Publikums stattfinden. Dies ist besonders problematisch für Tiere, die in hohem Masse auf Schall angewiesen sind, um sich zu orientieren, zu kommunizieren und ihre Umwelt wahrzunehmen.

Die FFW fordert die spanischen Behörden auf, ihre Ablehnung der Verlegung von Wikie und Keijo in den Loro Parque aufrechtzuerhalten. Sollte diese Haltung geändert werden, wird die Fondation Franz Weber alle ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel ausschöpfen, um eine Verlegung zu verhindern, die sie als mit dem Tierwohl und dem Geist der französischen Gesetzgebung über in Gefangenschaft gehaltene Wale und Delfine unvereinbar betrachtet.

Das Schicksal von Wikie und Keijo muss mit der historischen Entscheidung Frankreichs von 2021 vereinbar sein, die Gefangenschaft von Walen und Delfinen zu beenden. Dieser Fall sollte einen Präzedenzfall schaffen: nicht, um ein auslaufendes Modell künstlich zu verlängern, sondern um das Ende von Unterhaltungsparks mit Meeressäugern zu beschleunigen.

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