25.10.2018
Fondation Franz Weber

Medienmitteilung der Fondation Franz Weber zum Holzschlag am Uetliberg in Zürich

Fondation Franz Weber fordert Stopp des Holzschlags am Uetliberg

Die Fondation Franz Weber ist sehr besorgt über den massiven Holzschlag im Uetlibergwald. Sie hat deshalb bei einem unabhängigen Fachmann ein forstliches Gutachten über die Notwendigkeit und Dringlichkeit dieses Grosseingriffs in Auftrag gegeben. Das Gutachten von Richard Stocker, Forstingenieur ETH, liegt nun vor und ist auf der Webseite www.ffw.ch aufgeschaltet.

Es analysiert und widerlegt die Argumente aus der Medieninformation von Grün Stadt Zürich vom 15.10.2018 bezüglich Sicherheit/Schutzwaldfunktion, Naturschutz und «Dauerwaldbewirtschaftung» im einzelnen. Bei einer ausführlichen Begehung vor Ort wurde festgestellt, dass rund die Hälfte der zu fällenden Bäume «ohne Rücksicht auf Verluste flächig aus den Seillinien geschlagen» werden sollen, mit anderen Worten nur für Entnahme und Transport der anderen Bäume mit dem Seilkran und Gebirgsharvester weichen sollen.

Dass die Stadt Zürich in einem Wald im BLN-Schutzgebiet sowie in der Waldschutzzone IV A (Natur) gemäss Schutzverordnung Uetliberg-Albis nach 40 Jahren Hiebsruhe so massive Eingriffe anordnet ist das eine, völlig unverständlich ist jedoch, dass der Kanton Zürich dies bewilligt und sogar noch mit 200’000 CHF subventioniert. Eine Dauerwaldbewirtschaftung erfordert im Gegenteil häufige und milde Eingriffe. Fazit R. Stocker:

«Es ist nur schwer verständlich, warum dieses hochsensible Gebiet nach 40 Jahren Dornröschenschlaf nicht feinfühliger und kompetenter betreut wird. Aus Sicht der Biodiversität sind die geschlagenen Schneisen und Leerflächen kein Gewinn, denn darauf siedeln sich ohne sorgfältige jährliche Pflege nur Neophyten, dichter Jungwuchs, Brombeeren und die häufigsten Waldschlag-Pflanzen an. Der eingeschlagene Weg ist nicht zielführend.»

 

Das Fachgutachten hat unsere Befürchtungen vollumfänglich bestätigt und veranlasst die Fondation Franz Weber einen sofortigen Stopp des Holzschlags am Uetliberg zu fordern. Anschliessend kann über eine Redimensionierung des Eingriffs verhandelt werden, welche den deklarierten Zielen Schutzfunktion, Naturschutz und Dauerwaldbewirtschaftung wirklich gerecht wird. Dies würde auch die Akzeptanz in der Fachwelt wie in der Bevölkerung wieder gewährleisten.

 

Richard Stocker steht für weitere Informationen zur Verfügung:

 

Zopf 27, CH-5708 Birrwi

Tel. 078 761 53 95 / 062 772 13 86

Fax 062 772 15 57

 

richard.stocker@waldwesen.ch

www.waldwesen.ch

 

Gutachten Holzschlag Denzlerweg