11.11.2020
Fondation Franz Weber

Fondation Franz Weber und 14 weitere Organisationen fordern EU auf, Elfenbeinhandel vollständig einzustellen

Am 9. November 2020 forderten die Fondation Franz Weber und 14 weitere Natur- und Tierschutzorganisationen die EU auf, ihren Binnenmarkt für Elfenbein endgültig zu schliessen, indem die derzeit nach wie vor gewährten Ausnahmen im Gesetz gestrichen werden. Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission bald weitere Änderungen ihrer Elfenbein-Gesetzgebung ankündigt. Die NGOs erwarten, dass die EU ‒ derzeit der grösste noch offene Binnenmarkt für Elfenbein ‒ endlich Verantwortung übernimmt.

Die Fondation Franz Weber (FFW) setzt sich seit Jahren dafĂĽr ein, dass der Elfenbeinhandel in allen seinen Formen ein fĂĽr alle Mal verboten wird. Am 9. November 2020 forderte die FFW gemeinsam mit 14 weiteren Natur- und Tierschutzorganisationen in einem Brief an EU-Umweltministerin Svenja Schulze, den EU-Binnenmarkt fĂĽr Elfenbein – den grössten der Welt – endlich zu schliessen.

Konkret fordern die NGOs die EU dazu auf, die rechtlichen Ausnahmen zu beseitigen, welche es immer noch erlauben, Elfenbein unter bestimmten Bedingungen in der EU zu kaufen und zu verkaufen ‒ darunter altes Elfenbein (vor 1947), Musikinstrumente oder Gegenstände, die wenig Elfenbein enthalten.

Die afrikanischen Elefanten sind akut bedroht: Fast ein Drittel aller Elefanten des Kontinents Afrika verschwand zwischen 2007 und 2017, und die Wilderei, welche es auf die imposanten Stosszähne der Tiere abgesehen hat, scheint keineswegs rückläufig zu sein. Wenn nichts unternommen wird, könnte die Art innerhalb weniger Jahrzehnte vollständig verschwinden. Für die Fondation Franz Weber schürt jeder Elfenbeinmarkt, ob legal oder illegal, die Wilderei, und trägt zum Verschwinden der majestätischen Riesen bei. Darüber hinaus bieten legale Elfenbeinmärkte ‒ insbesondere der europäische Markt ‒ Gelegenheit, dass «illegales» Elfenbein als «legales» Elfenbein gewaschen werden kann.

Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission in naher Zukunft weitere Einschränkungen ihrer Gesetzgebung zum Elfenbeinhandel ankĂĽndigen wird. Nach Informationen, welche den NGOs derzeit vorliegen, werden diese zaghaften Massnahmen der EU allerdings nicht ausreichen, um zu verhindern, dass auch in Zukunft rechtliche Schlupflöcher genutzt werden, um illegales Elfenbein auf dem europäischen Markt zu waschen. Die EU muss Verantwortung ĂĽbernehmen und den Elfenbeinhandel auf ihrem Territorium ein fĂĽr alle Mal verbieten – das Ăśberleben des Afrikanischen Elefanten steht auf dem Spiel!

 

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