21.01.2020
Fondation Franz Weber

Natur- und Kulturland in Dornach-Arlesheim droht Zerstörung!

Das Grenzgebiet Dornach-Arlesheim entlang des Schwinbaches liegt eingebettet in eine sanfte, durchgrünte Hügellandschaft mit ausgedehnten naturnahen Gärten, einem grossen wertvollen Baumbestand sowie geschützten Feuchtgebieten.

Das Gebiet verfügt über einen grossen Reichtum an Pflanzen und Tieren, die teils als seltene und gefährdete Arten unter Schutz stehen. In diesem ökologisch und landschaftlich wertvollen Gebiet steht im Kanton Solothurn (Dornach) das Goetheanum als einzigartiges, national geschütztes Kulturgut mit internationaler Ausstrahlung, direkt an der Grenze zu Baselland (Arlesheim). Es ist umgeben von einer Vielzahl weiterer herausragender Beispiele der plastisch-organischen Architektur. Das «Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung» (ISOS) erfasst das Goetheanum sowie viele weitere Umgebungsbauten unter dem höchstmöglichen Erhaltungsziel.

Diese Landschaft mit architektonisch einzigartigen Bauwerken sowie mit bedeutenden Naturgebieten sind durch zwei Grossbauprojekte auf der Nordseite des Goetheanums gefährdet!

Geplant sind am Fuss des Goetheanumhügels auf einem Areal von rund 26’300 m2 zwei ausgedehnte Überbauungen: «La Colline – Auf der Höhe» und «Schwinbach Süd». Beide Projekte sind im Kanton Baselland situiert, direkt an der Kantonsgrenze zu Solothurn unmittelbar nördlich des Goetheanums. Diese zwei Bauprojekte verletzen den Umgebungsschutz als integralen Bestandteil eines effektiven Denkmalschutzes. Die südlichsten Gebäude der Überbauung werden sehr nahe den von Rudolf Steiner entworfenen Bauten des Glashauses, des Verlagshauses und des Heizhauses mit seinem weitherum sichtbaren Kamin zu liegen kommen. Es ist davon auszugehen, dass durch die insgesamt 14 geplanten Wohnblöcke der einzigartige Gesamteindruck des Goetheanumareals mit seinen plastisch-organischen Gebäuden von Norden her verloren ginge.

Gleichzeitig ist im Hinblick auf das nördlich an das Goetheanum anschliessende Gemeindegebiet von Arlesheim eine irreversible Zerstörung des einmaligen Landschaftsbilds Richtung Ermitage und Burg Birseck als kantonal geschütztes Kulturdenkmal zu befürchten. Schliesslich handelt es sich beim Schwinbachareal um ein ökologisch wertvolles Gebiet mit einem grossen Reichtum an Tieren und Pflanzen, welches bei Umsetzung des geplanten Bauprojektes zum grössten Teil verloren ginge. Somit bestehen gegen die beiden Grossbauprojekte in ihrer jetzigen Form schwere Bedenken sowohl aus Sicht des Landschafts- und Denkmalschutzes sowie des Naturschutzes.

Die Fondation Franz Weber und ihre Schwesterorganisation Helvetia Nostra erachten die Bauprojekte «La Colline – Auf der Höhe» und «Schwinbach Süd» sowohl aus Denkmalschutz- als auch aus Landschaftsschutzgründen für höchst bedenklich und dringend überprüfenswert. Helvetia Nostra hat deshalb einen Antrag beim Regierungsrat des Kantons Baselland auf eine naturschutzfachliche Erhebung der Naturschutzobjekte, verbunden mit einem vorsorglichen Verbot des Eingriffs in die Natur, eingereicht.

Am 14. Januar 2020 hat die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kanton Baselland nun für das Areal «Schwinbach Süd» verfügt, dass vorläufig keine Eingriffe in Terrain und Vegetation vorgenommen werden dürfen. Das Verbot gilt solange, bis der Regierungsrat über den Antrag von Helvetia Nostra auf Erstellung eines Naturinventars und darauf basierender Schutzwürdigkeitsprüfung des Areals entschieden hat.

Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra fordern, zusammen mit der Initiative Natur- und Kulturraum Dornach-Arlesheim (IDA), die Überprüfung der zwei Grossbauprojekte «Schwinbach Süd» sowie «La Colline – Auf der Höhe» in Arlesheim durch entsprechende Fachstellen unter Berücksichtigung der bestehenden Naturwerte, der Schönheit des Landschaftsbildes sowie des unmittelbar benachbarten Goetheanumareals als nationales Kulturdenkmal.

Ziel ist ein respektvoller Umgang mit diesem ökologisch wertvollen Gebiet und dem einzigartigen landschaftlichen und architektonischen Kulturgut!

 

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