29.04.2019
Adrià Voltes

Der Riesenoktopus – wahrscheinlich eins der intelligentesten aller wirbellosen Tiere

Riesenoktopusse besitzen sehr komplexe kognitive und sensorische Fähigkeiten.

Seit mehr als 50 Jahren sind und bleiben Tintenfische einer der interessantesten marinen Organismen in Bezug auf Verhaltensstudien, da sie sehr komplexe kognitive und sensorische Fähigkeiten aufweisen (1).

Der Riesenoktopus oder Pazifikoktopus wurde in mehreren Verhaltensstudien untersucht. Die Daten deuten darauf hin, dass diese Tintenfischart explorative Verhaltensweisen entwickelt und Spielverhalten durch Spucken von Wasserstrahlen durchführen könnte, um mit Objekten zu interagieren, die um den Tank herum schwimmen (2).

Ein weiterer Aspekt, der beim Pazifikoktopus analysiert wurde, ist seine Fähigkeit, Individuen zu erkennen. Eine Studie untersuchte die Reaktion dieser Oktopusse auf die visuelle Exposition von Menschen, die den Oktopus unterschiedlich behandelt haben (3). So identifizieren Tintenfische, wie bereits als Anekdote dokumentiert, Individuen und können sich an diejenigen erinnern, die sie stören, und sie mit Wasserstrahlen benetzen.

Eine weitere Studie, in der diese Art im Vordergrund steht, besteht aus einer Analyse des Fluchtverhaltens verschiedener Arten von Tintenfischen in Gefangenschaft (4). In dieser Studie wurde charakterisiert, dass der pazifische Oktopus, zusammen mit dem gewöhnlichen Oktopus, diejenigen sind, die eine grössere Fluchtwahrscheinlichkeit  aufweisen. In der freien Wildbahn können einige Tintenfischarten alle paar Wochen die Höhle wechseln (5), so dass die Tendenz zum Standortwechsel (Flucht aus dem Aquarium) entsprechend dem artspezifischen Verhalten verstärkt werden kann.

Jenseits des Riesenoktopus oder des Nordpazifikriesenoktopus haben Studien an anderen Arten gezeigt, dass Oktopusse Werkzeuge benutzen können (6), mit visuellen Signalen kommunizieren (7), Persönlichkeit haben (8), Probleme lösen (9,10) und die Fähigkeit zu sozialem Lernen aufweisen (11,12).

 

Quellenangaben:

  1. Hochner, B., Shomrat, T. A. L. & Fiorito, G. The Octopus : A Model for a Comparative Analysis of. Biol. Bull. 210, 308–317 (2006).
  2. Mather, J. A. & Anderson, R. C. Exploration, play and habituation in octopuses (Octopus dofleini). J. Comp. Psychol. 113, 333–338 (1999).
  3. Anderson, R. C., Mather, J. A., Monette, M. Q. & Zimsen, S. R. M. Octopuses (Enteroctopus dofleini) recognize individual humans. J. Appl. Anim. Welf. Sci. 13, 261–272 (2010).
  4. Wood, J. B., Anderson, R. C. & Evaluation, I. Interspecific Evaluation of Octopus Escape Behavior Interspecific Evaluation of Octopus Escape Behavior. 8705, 95–106 (2016).
  5. Mather, J. & O’Dor, R. Foraging Strategies and Predation Risk Shape the Natural History of Juvenile Octopus Vulgaris. Bull. Mar. Sci. 49, 256–269 (1991).
  6. Finn, J. K., Tregenza, T. & Norman, M. D. Defensive tool use in a coconut-carrying octopus. Curr. Biol. 19, R1069-70 (2009).
  7. Boal, J. G. Social recognition: A top down view of cephalopod behaviour. Vie Milieu 56, 69–79 (2006).
  8. Mather, J. a. & Anderson, R. C. Personalities of octopuses (Octopus rubescens). J. Comp. Psychol. 107, 336–340 (1993).
  9. Moriyama, T. Autonomous Learning in Maze Solution by Octopus. Ethology 103, 499–513 (1997).
  10. Richter, J. N., Hochner, B. & Kuba, M. J. Pull or push? Octopuses solve a puzzle problem. PLoS One 11, (2016).
  11. Fiorito, G., von Planta, C. & Scotto, P. Problem solving ability of Octopus vulgaris lamarck (Mollusca, Cephalopoda). Behav. Neural Biol. 53, 217–230 (1990).
  12. Fiorito, G. & Scotto, P. Observational Learning in Octopus vulgaris. Science 256, 545–7 (1992).