30.08.2019
Fondation Franz Weber

Historische Entscheide der CITES verhindern den Export von mehr als 30 Elefantenbabys in Simbabwe

Am 27. August einigten sich die Teilnehmer der 18. Vertragsstaatenkonferenz der CITES (Konvention ĂŒber den internationalen Handel mit gefĂ€hrdeten Arten frei-lebender Tiere und Pflanzen) darauf, die Exporte wild gefangener afrikanischer Elefanten – von AusnahmefĂ€llen und Notsituationen abgesehen – auf Arterhaltungsprogramme in ihren natĂŒrlichen LebensrĂ€umen zu beschrĂ€nken sowie auf FĂ€lle, in denen sich daraus nachweislich ein Nutzen fĂŒr den Arterhalt in Afrika ergibt. Aktuell werden mehr als 30 wilde Elefantenbabys in Gehegen in Simbabwe gefangen gehalten, die fĂŒr den Export in Zoos auf anderen Kontinenten, hauptsĂ€chlich in China, bestimmt waren. Die CITES-BeschlĂŒsse der diesjĂ€hrigen CoP18 sind gemĂ€ss Konvention unverzĂŒglich in Kraft getreten. Die Exporte können nicht fortgesetzt werden, ohne dass gegen die neuen Regelungen verstossen wĂŒrde.

GENF. Die EuropĂ€ische Union (EU) leistete einen massgeblichen Beitrag zu diesem historischen Beschluss, der von der Koalition fĂŒr den afrikanischen Elefanten (AEC) initiiert worden war – einer Gruppe von ĂŒber 30 afrikanischen Staaten, die den vollstĂ€ndigen Schutz der Elefanten innerhalb der CITES fordern. Von Seiten der EU wurde betont, dass sie in den letzten zehn Jahren keinen lebenden Elefanten importiert hĂ€tte und dies auch in Zukunft nicht beabsichtige. Die EU verdient Anerkennung fĂŒr ihr Handeln und als Förderin der Artenvielfalt weltweit. Nun sind wir alle dafĂŒr verantwortlich, dass die 30 wilden Elefantenbabys wieder in ihren natĂŒrlichen Lebensraum eingegliedert werden. Insbesondere dĂŒrfen keine Versuche unternommen werden, diesen neu getroffenen CITES-Beschluss zu unterwandern, indem jetzt «AusnahmefĂ€lle» oder «Notsituationen» geltend gemacht werden und so eine HintertĂŒre offen gehalten wird, um die Exporte der in Simbabwe gefangen gehaltenen Elefanten zu genehmigen.

«Wenn diese geplanten Exporte stattfinden wĂŒrden, wĂŒrden die Export- und ImportlĂ€nder gegen internationales Recht verstossen», erklĂ€rt Dr. Rosalind Reeve, CITES-Projektleiterin der David Shepherd Wildlife Foundation und Rechtsberaterin der Fondation Franz Weber.

«Wir mĂŒssen begreifen, dass diese ElefantenkĂ€lber traumatisiert sind», erklĂ€rt Vera Weber, PrĂ€sidentin der Fondation Franz Weber. «Sie wurden in freier Wildbahn gefangen und von ihren Familien getrennt. Wir dĂŒrfen ihnen nicht noch mehr Leid und Misshandlung zumuten. Der lange Transportvorgang wĂŒrde massiven Stress auslösen, und die Elefanten wĂ€ren zu einem trostlosen, einsamen Leben in Gefangenschaft verdammt. Ihren komplexen biologischen und sozialen BedĂŒrfnissen wĂŒrde dies nie gerecht. »

«FĂŒr diese 30 bereits gefangenen ElefantenkĂ€lber existieren praktikable Lösungen innerhalb von Simbabwe, um sie wieder in die Wildnis einzugliedern und freizulassen», erklĂ€rt Karen Trendler vom NSPCA (National Council of Societies for the Prevention of Cruelty to Animals), einer Organisation, die sicherstellt, dass der Schutz wildlebender Tiere gemĂ€ss dem Gesetz von SĂŒdafrika und Simbabwe aufrechterhalten und beachtet wird. «Es gab mehrere Programme in den LĂ€ndern des sĂŒdlichen Afrika, in denen sowohl in Gefangenschaft aufgezogene als auch wild gefangene ‚gezĂ€hmte und abgerichtete‘ Elefanten erfolgreich in eine wilde Population integriert wurden. Einige konnten sogar nach acht oder mehr Jahren in Gefangenschaft wieder eingegliedert werden.»

Durch den historischen Entscheid der CITES erhalten diese 30 Elefantenbabys die Chance, ihr Leben in der Wildnis zurĂŒckzuerhalten. Nun liegt es an der Weltgemeinschaft, mit Nachdruck deren Wiedereingliederung zu unterstĂŒtzen, und somit die RĂŒckkehr in die Freiheit zu ermöglichen.

 

ZusÀtzliche Informationen
Projektseite – Kein Handel mit bedrohten Arten!
Projektseite – Stopp dem Handel mit Elefantenbabys
Infoflyer CITES Proposals Elefanten: Englisch, Französisch

Medienmitteilung vom 30. August 2019 (PDF)