01.12.2017
Vera Weber

Emotionale Voten zum Handel mit bedrohten Tieren

Für den Schutz der Elefanten geht in Genf eine erfolgreiche Woche zu Ende. Durchbrüche gibt es selten, wenn der Ausschuss der CITES (Übereinkommen zum Handel mit bedrohten Arten) zusammenkommt. Doch dank Vorstössen von Mitgliedländern der Koalition für den Afrikanischen Elefanten kommt der Schutz des majestätischen Symboltiers um wichtige Schritte voran.

Genf, 1. Dezember – Der Ständige Ausschuss des Übereinkommens zum Handel mit bedrohten Arten (CITES) hat diese Woche zuhanden der Mitgliedstaaten mehrere Empfehlungen zur weiteren Einschränkung des Elfenbeinhandels und damit des verbesserten Schutzes des Afrikanischen Elefanten verabschiedet.

Inländische Elfenbeinmärkte tragen entscheidend zur Wilderei bei, indem sie das betrügerische Umdeklarieren von Stosszähnen gewilderter Elefanten für einen angeblich legalen Markt ermöglichen. Da diese Märkte zudem die Nachfrage nach Elfenbein anheizen, sind sie eine veritable Goldmine für kriminelle Machenschaften im Handel mit bedrohten Arten. Angesichts dieser Tatsache haben die CITES-Vertragsparteien ihren Willen bekräftigt, diese Binnenmärkte möglichst rasch zu schliessen.

Kommt dazu, dass sich beschlagnahmtes Elfenbein in staatlichen Lagern türmt. Diese bedeuten für die betroffenen Länder eine grosse finanzielle und sicherheitstechnische Herausforderung. Daher wünscht die CITES einen praktischen Leitfaden zur Verwaltung und zur bestmöglichen Vernichtung gelagerten Elfenbeins. Vera Weber, Präsidentin der Fondation Franz Weber (FFW), und ihr Expertenteam weilten diese Woche zur Unterstützung an der Tagung des Ständigen Ausschusses in Genf. «Die Leitlinien werden den Ländern helfen, dem guten Beispiel von mehr als 20 Nationen zu folgen, die sich bereits zur Vernichtung ihrer Lager entschlossen haben», ist sie überzeugt. Die Erarbeitung des Leitfadens wird durch mehrere Nichtregierungsorganisationen, darunter der FFW, mit einem Unterstützungsbeitrag von 20’000 Dollar gefördert.

Mitglieder der Koalition zum Schutz des Afrikanischen Elefanten, die 29 afrikanische Staaten umfasst, haben anlässlich der CITES-Debatten mehrmals das Votum ergriffen, um ihre Elefantenbestände zu bewahren. So übten die Vertreter von Niger, Burkina Faso und Kenia vor rund 600 Delegierten und Beobachtern in Genf scharfe Kritik am Handel mit Elfenbein wie auch mit lebenden Elefanten. Der Export von wilden Jungelefanten für Zoos sei absolut inakzeptabel. Sie nahmen Bezug auf den Fang von Elefantenbabys unter brutalsten Umständen in Simbabwe im September 2017, die unter anderem durch die FFW öffentlich gemacht worden sind.

«Die strikten Massnahmen gegen den Handel mit Elfenbein und lebenden Elefanten, welche die CITES angenommen hat, müssen nun innerhalb aller Mitgliedländer umgesetzt werden», unterstreicht Vera Weber. «Dabei gilt es unbedingt Druck auszuüben auf die problematischsten Märkte, nämlich Japan, Laos und die EU. Diese Märkte sind es, welche das fortdauernde Elefantenmassaker in Afrika schüren. Flankierend helfen die Leitlinien für die Zerstörung von Elfenbeinlagern verhindern, dass beschlagnahmtes Elfenbein wieder in die angeblich legalen Binnenmärkte einsickert.»