03.07.2019
Leonardo Anselmi

Argumente pro Stierkampf: Dünn, wackelig und falsch!

Die Fondation Franz Weber setzt auf die Macht des Wortes – auch bei einem ihrer grössten Ziele, der weltweiten Abschaffung des Stierkampfs. Deshalb unterziehen wir hier die vier Hauptargumente der Stierkampf-Befürworter einer kritischen Prüfung. Unser Fazit: Die Argumente für den Stierkampf sind dünn, wackelig und falsch!

Behauptung: «Der Stierkampf ist eine populäre Kunst und Tradition.»
Natürlich ist das Empfinden für «Kunst» objektiv. Wenn es aber um Sadismus wie das Zu-Tode-Quälen von Tieren zum öffentlichen Vergnügen geht, endet die Debatte. In jedem der acht Länder, welche die Corrida auch 2019 noch zulassen, zeigen Umfragen eindeutig: Eine klare Mehrheit der Einwohner lehnt diese Quälerei entschieden ab. Was früher als «normal» galt und unter den Schlagwörtern «Tradition» oder «Kultur» gerechtfertigt wurde, wird heute hinterfragt. Die Zeiten haben sich geändert!

Mit der Parole «Die individuelle Freiheit muss respektiert werden.» argumentieren die Stierkampf Befürworter gegen ein Stierkampfverbot.
Da Verbote i.d.R. vor Gefahren oder gesundheitsschädlichen Handlungen schützen, empfinden wir diese Behauptung nicht als stichhaltig. Angewandt auf den Stierkampf würde das Verbotsprinzip nebst der Wahrung von Psyche, Leib und Leben einen moralischen Schutz bedeuten!

Behauptung: «Kampfstiere haben ein schönes Leben.»
Tatsache ist, dass die aller-meisten dieser Tiere auf kleinen Parzellen leben und nicht wie behauptet auf weitläufigen Weiden. Von Geburt an werden die Tiere brutalen Ritualen unterzogen: Sie wer-den buchstäblich gebrandmarkt, müssen Verstümmelungen und sogenannte «Mutproben» ertragen.

Behauptung: «Durch ein Stierkampfverbot würde der Kampfstier aussterben.»
Eine Rasse erhalten, bloss damit die Tiere am Ende ihres Lebens einen grauenvollen Tod erleiden? Tatsache ist, dass es sich bei den Kampf-stieren um eine Gruppe von Hausrindern handelt, die der Mensch durch künstliche Auslese erst erzeugt hat. Das Argument zum Risiko ihres Aussterbens gilt nicht, denn diese Form der Bedrohung betrifft nur Arten und Unterarten, nicht vom Mensch erzeugte Rassen.

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