26.04.2017
Vera Weber

FFW eilt verletzten Elefanten in Tschad zu Hilfe

Die Fondation Franz Weber hat einem südafrikanischen Elefantenspezialisten ermöglicht, auf schnellstem Weg von Wilderern verwundeten Elefanten in Tschad zu Hilfe zu eilen. Nun ist es soweit. Grosstierarzt Dr. Mike Toft versorgt in der abgelegenen Savanne vor Ort die verletzten Dickhäuter.

Die Fondation Franz Weber hat einem südafrikanischen Elefantenspezialisten ermöglicht, auf schnellstem Weg von Wilderern verwundeten Elefanten in Tschad zu Hilfe zu eilen. Nun ist es soweit. Grosstierarzt Dr. Mike Toft versorgt in der abgelegenen Savanne vor Ort die verletzten Dickhäuter.

«Als erstes war Ellie dran: Wunde gespült, gereinigt und behandelt. Sie ist wieder auf den Beinen. Die Herde schaut nach ihr und füttert sie.» Diese Eilmeldung ist vom südafrikanischen Grosstierarzt und Elefantenexperten Dr. Mike Toft verfasst. Er ist am Ziel angekommen. Vera Weber ist erleichtert. «Das bedeutet, dass die durch Wilderer verwundeten Elefanten in Tschad nun Hilfe bekommen und nicht länger ihrem Schicksal überlassen sind», freut sich die Präsidentin der Fondation Franz Weber (FFW). Das rasche Handeln der FFW hat Tofts Einsatz im Gebiet von Bousso erst möglich gemacht.

Doch alles der Reihe nach: Der Notruf ging Ende März durch Stephanie Vergniault von der Organisation SOS Elefanten in Tschad ein. Im Hilferuf zur Entsendung von Tierärzten wurden elf durch Wilderer getötete Elefanten gemeldet, aber auch mehrere Tiere, welche die Attacke durch Schusswunden verletzt überlebt hatten. In Zusammenarbeit mit der Organisation Global March for Elephants and Rhinos und mit der Hilfe verschiedener tschadischer Ministerien suchte die FFW in der Folge fieberhaft nach einem geeigneten Elefantenspezialisten.

Mit Dr. Mike Toft fand sich schliesslich der richtige Grosstierarzt. Denn renommierte südafrikanische Elefantenexperte ist mit medizinischen Gütern und anderer Ausrüstung versehen am Wochenende in Tschads Hauptstadt N’Djamena eingetroffen und umgehend zu den verletzten Tieren weitergereist. Tschad ist schwer betroffen von der Elfenbein-Wilderei. Doch Präsident Idriss Deby Itno setzt sich vehement für die Rettung der Elefanten ein. Tschad gehört zu den 29 Mitgliedstaaten der Koalition für den Afrikanischen Elefanten.

Für den Elefantenexperten Mike Toft ist die Mission eine grosse Herausforderung. Er hat keinen Helikopter zur Verfügung. Doch einen verwundeten Elefanten vom Boden aus von der Herde abzusondern und zu betäuben ist sehr gefährlich. Zudem herrsche «eine höllische Hitze», wie der Grosstierarzt in seiner ersten Meldung vor Ort schreibt. Aber er sei guter Dinge. Vera Weber ist erleichtert. «Nun ist der mutige Mann am Ziel und kann das Leiden der verwundeten Elefanten lindern.»