07.12.2018
Fondation Franz Weber

7. Dezember: WELTWEITER TAG FÜR DEN FRIEDEN IN KOLUMBIEN

Kolumbien, ein Land, das sich nach einem mehr als 50-jährigen Krieg langsam wieder erholt, lädt die internationale Gemeinschaft ein, am bevorstehenden 7. Dezember als Zeichen der Unterstützung für den Frieden eine Kerze anzuzünden.

Angesichts der aktuellen Bedingungen und der Risiken einer Wiederaufnahme des bewaffneten Konflikts in Kolumbien haben viele soziale Organisationen die Weltbevölkerung dazu aufgefordert, am 7. Dezember 2018 um 19 Uhr eine Kerze für den Frieden anzuzünden.

Kolumbien, ein Land mit mehr als sieben Millionen Vertriebenen (NKR-Daten), einer Million mehr als Syrien, mehr Vermissten als unter den Diktaturen Argentiniens und Chiles zusammen, mehr getöteten Zivilisten (215.005) als im ehemaligen Jugoslawien (130.000), bittet die internationale Gemeinschaft, ihre Solidarität zu zeigen und den laufenden Friedensprozess zu unterstützen.

Bis heute wurden in Kolumbien mehr als 500 soziale Anführer ermordet. Weitere 86, die bereits wieder in das bürgerliche Leben integriert waren, ereilte das selbe Schicksal. Dieser dringende Aufruf wurde sowohl durch die Aufrüstung paramilitärischer Gruppen die sich durch den zunehmenden Drogenhandel finanzieren ausgelöst, als auch durch die vielfältigen Vorschläge der kolumbianischen Regierung zur Auflösung des Friedensabkommens mit den FARC-Rebellen sowie die unbefristete Unterbrechung des Dialogprozesses mit der ELN-Guerilla.

Die regierende Partei hat unter anderem Vorschläge zum Nachteil der Opfer des Konflikts gemacht. Dadurch verlor sie nicht nur die Stimmen in den besonderen Friedenswahlzonen (Circunscripciones de Paz) und ihre Vertretung im Kongress. Es wurden zudem Initiativen ergriffen, um die Landrückgabe, eine Maßnahme um gewaltsam gewonnene Gebiete an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben, zu verhindern.

Die Versäumnisse der Regierung haben jetzt, in Friedenszeiten, einen exorbitanten Anstieg der Abholzung in Gebieten von ökologischem Interesse sowie dem kolumbianischen Amazonas zur Folge. Der kolumbianische Boden, der sowohl Beute als auch Territorium ist, ist vielleicht eines der größten Opfer dieses Krieges.

Daher bitten die Vertreter verschiedener Bereiche der kolumbianischen Zivilgesellschaft inständig um die Wiederaufnahme des Dialogs mit dem ELN. So soll verhindert werden, dass politische und bewaffnete Akteure, die die Wiederaufnahme des Krieges im Land wollen, ihr Ziel erreichen und Kolumbien in ein neues Blutbad stürzen.

Zünden Sie mit uns am bevorstehenden 7. Dezember eine Kerze für den Frieden in Kolumbien an.

PDF: 7.12._Weltweiter Tag für den Frieden in Kolumbien