10.11.2020
Fondation Franz Weber

FFW sendet Brief an Dänemark nach der Entdeckung der durch Covid-19 erkrankten Nerze

Dänemark beschloss am 4. November die Tötung von mehr als 15 Millionen Nerzen auf seinen landesweit fast 1’200 Pelzfarmen. Dies, nachdem mehrere mit Covid-19 infizierte Tiere entdeckt wurden — einige davon mit einer mutierten Version des Virus. Dänemark ist keineswegs ein Einzelfall: Fünf weitere Länder, darunter die Vereinigten Staaten und die Niederlande, haben gleiche Vorfälle von Ansteckungen und Übertragungen beobachtet. Die Fondation Franz Weber hat am Montag, 9. November 2020, einen Brief an die dänische Ministerpräsidentin geschickt – heute steht die dänische Entscheidung noch aus.

Dänemark ist — neben China, den USA und den Niederlanden — einer der grössten Nerzpelzproduzenten der Welt. Nerze — Wildtiere, welche in freier Natur als Einzelgänger leben — werden oft unter grausamen Bedingungen, in kleinsten Einzelkäfigen aus Gitter übereinandergestapelt, gehalten. Die Pelzindustrie, deren alleiniger Zweck darin besteht, die Nachfrage der Welt der Luxusmode zu befriedigen, fügt diesen Tieren unsägliche Grausamkeiten zu.

Am 4. November 2020 kündigte die dänische Regierung an, dass sie die Tötung von mehr als 15 Millionen Nerzen, d.h. der gesamten Population auf den fast 1’200 Pelzfarmen des Landes, in Angriff nehmen werde. Grund dafür ist die akute Gefahr, die diese Betriebe im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie darstellen. Das Risiko solcher Übertragungen und Mutationen ist seit April 2020 bekannt. Damals machten die Niederlande bereits eine ähnliche Beobachtung wie nun in Dänemark, was zu vermehrten Schliessungen niederländischer Pelzfarmen führte. Warum also haben die dänischen Behörden nicht früher gehandelt?

Nach der Ankündigung Dänemarks hat die Fondation Franz-Weber am Montag, den 9. November 2020, einen Brief an die dänische Ministerpräsidentin geschickt, in dem sie die Grausamkeit dieser Industrie und die schrecklichen Folgen der mehrmonatigen Untätigkeit der Behörden für Millionen von Tierleben hervorhebt.

Heute Dienstag, den 10. November, erfahren wir, dass die dänische Regierung ihre Entscheidung auf Druck von allen Seiten, einschliesslich der politischen Oppositionspartei, zumindest vorläufig rückgängig gemacht hat. Das Land steht vor einem Dilemma: Die öffentliche Gesundheit zu priorisieren und Millionen von Tieren zu töten, oder seine Pelzproduktionsindustrie weiterhin aufrecht zu erhalten?

 

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