20.11.2023
Matthias Mast

«Giessbach ist eine einmalige, kleine Welt für sich»

Vera Weber erzählt ihre persönliche Geschichte von der Kampagne und der Rettung des Giessbach durch ihren Vater Franz Weber sowie ihre Beziehung zum einzigartigen Ort am Brienzersee.

Wie weit zurück liegt Ihre allererste Erinnerung an den Giessbach?
Vera Weber: Das war 1982. Ich war damals sieben Jahre alt. Bei einem Mittagessen sagte mein Vater zu meiner Mutter und mir, dass er Giessbach retten will.

Sie waren, wie Sie sagen, erst sieben Jahre alt, und Sie erkannten trotzdem den wichtigen Stellenwert?
Vielleicht in diesem Moment nicht in seiner umfassenden Wichtigkeit. Doch als wir wenige Tage nach diesem erwähnten Mittagstisch nach Brienz und zum Giessbach fuhren, wurde mir bewusst, was da mein Vater im Schilde führte. Es war grässlich …

… grässlich?
Es war ein grässlicher grauer Tag, will ich sagen. Und die Kombination dieses wolkenverhangenen Tages mit diesem heruntergekommenen und verlassenen Hotel, vor dem ich mit meinen Eltern stand, liess mich erschauern. Ich konnte nicht verstehen, was es hier zu retten gab, und schon gar nicht, dass man daraus etwas Schönes machen kann. Als Kind hatte ich noch nicht das hierfür nötige Vorstellungvermögen. Erst mit der Zeit ist die Begeisterung für den Giessbach in mir geweckt worden.

Sie sind mit dem Engagement Ihrer Eltern und den vielen Kampagnen und Initiativen für die Natur und die Tiere aufgewachsen. Dann kam die Giessbach-Rettung. War diese einfach eine weitere Franz Weber Kampagne aus der Sicht der Familie Weber?
Ich bin dankbar, dass Sie in erster Linie vom Engagement meiner Eltern und nicht nur jenem Franz Webers sprechen. Denn mein Vater hätte ohne meine Mutter nie derart wirkungsvoll auftreten können. Meine Eltern, Judith und Franz Weber, bildeten ein Dream-Team für den Schutz der Tiere, der Natur und unserer Heimat. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Die Giessbach-Kampagne war völlig anders.

Weshalb?
Die Giessbach-Rettung war eine Art Zusammenfassung der bisherigen Arbeit meiner Eltern auf kleinstem Raum. Denn Giessbach ist eine einmalige, kleine Welt für sich und bietet alles Schöne, was man mit der Schweiz, unserer Heimat, an Positivem in Zusammenhang bringen kann: Natur, Wälder, Vielfalt, eine einzigartige Landschaft, der See mit dieser einzigartigen Farbe, die Historie der Anlage mit der Standseilbahn und der Gebäude. Und dann natürlich der 14-stufige Wasserfall, welcher inmitten dieser Idylle herausragt wie ein grosser Edelstein in einer Krone.

Und dieser Edelstein ist heute der Meilenstein von Franz Webers Werk?
Ich würde sagen, es ist ein Meilenstein, denn die Rettung von Surlej, Silvaplana und Sils-Maria im Oberengadin oder des Lavaux sind mindestens ebensolche Meilensteine in der Schweiz. Aber die Giessbach-Rettung war auch aus einem anderen Grund ganz anders als bisherige Kampagnen.

Das heisst konkret?
Weil die Rettung des Giessbach meinen Vater und meine Mutter komplett vereinnahmte …

… und damit auch das Familienleben dominierte?
Genau! Deshalb scheint es mir hier wichtig, einen allfälligen falschen Eindruck zu korrigieren, der im Rückblick auf die Zeit vor über 40 Jahren entstanden sein könnte: Es war nicht so, dass mein Vater eines Tages sagte «Ich rette Giessbach», anschliessend mit den Fingern schnippte, und alles war klar.

Wie war es denn?
Meine Eltern arbeiteten konstant daran, anderthalb Jahre lang Tag und Nacht, bis die Kampagne für die Stiftung «Giessbach dem Schweizervolk» stand und Giessbach gekauft werden konnte. Es war eine Monster-Arbeit, welche mein Vater und meine Mutter für die Rettung des Giessbach geleistet haben. Und bei dieser Arbeit war ich als Kind mittendrin und mit dabei. Es ging gar nicht anders.

Erzählen Sie mehr von dieser Kampagne «Giessbach dem Schweizervolk».
Mein Vater hatte die Eingebung über Nacht, dass sich das Schweizervolk Giessbach schenken solle. In erster Linie galt es dann, die Begeisterung meiner Eltern zu Papier zu bringen und der Bevölkerung weiter zu vermitteln, damit diese Begeisterung auf sie rüberschwappt. Hierfür mussten meine Eltern mit unzähligen Menschen reden, an tausende Türen klopfen, Überzeugungsarbeit leisten. Zudem musste eine plausible Erklärung ausgearbeitet werden, mit einem unkomplizierten als auch begeisternden Text, der aufzeigt, wie der Glanz von einst im Giessbach wiederhergestellt werden kann.

Worin bestand dann die Schwierigkeit, die Menschen mit Worten für den Erhalt des Giessbach-Hotels zu überzeugen?
Es gab viele Leute, die sagten, diese Bruchbude muss weg, und es muss etwas Neues her. Der Widerstand gegen die Idee und die Absichten meines Vaters kam von überall her, vor allem leider auch aus der unmittelbaren Region. Auch die Medien waren dem Vorhaben generell kritisch gegenüber eingestellt. Das bedeutete, man musste eine Idee ausarbeiten, eine Kampagne vorbereiten, die Menschen begeistern und überzeugen sowie gleichzeitig den Gegnern den Wind aus den Segeln nehmen.

Wie muss man sich diese Kampagne vorstellen, die das ganze Schweizer Volk in einer Zeit ohne digitale und soziale Medien direkt erreichen sollte?
Menschen, die heute weniger als vierzig Jahre alt sind, können sich dies kaum vorstellen: Für die aufwändige Kampagne gab es weder digitale Medien noch Mails und nicht einmal Fax! Die Instrumente, die meinen Eltern zur Verfügung standen, waren der Telex, um die Zeitungsredaktion zu bedienen, Zeitungsinserate, das Telefon sowie Briefe und Flugblätter.

Die ganze Kampagne lief per Post und per Streuwürfe in alle Schweizer Haushalte. Bei den Zeitungsinseraten war man sehr zurückhaltend, denn diese waren enorm teuer. Rückblickend kann man sagen, die Geldmittelbeschaffung für den Giessbach-Kauf war das erste Crowdfunding überhaupt.

Und dies alles bewerkstelligten Ihre Eltern alleine?
Die Hauptarbeit lastete auf ihnen, doch sie waren nicht alleine, sie hatten das kleine wunderbare Team der Fondation Franz Weber eingespannt, insgesamt ein halbes Dutzend Leute. Und dann gab es noch die Arbeitsgruppe …

Welche Arbeitsgruppe?
Die von Rudolf von Fischer. Der spätere Präsident der Bernburger war – wie früher bereits seine Eltern und Grosseltern – Stammgast im Giessbach. Er war schockiert, als er von den Plänen erfuhr, das Hotel abzureissen und durch ein fürchterliches sogenanntes Jumbo-Chalet zu ersetzen. Deshalb hatte er eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um den Giessbach zu retten. Auch Jürg Schweizer war da dabei, der kantonale Denkmalschützer und heutige Stiftungsrat der Stiftung «Giessbach dem Schweizervolk». Rudolf von Fischer und seine Mitstreiter waren sich bewusst, man kann Giessbach nur retten, wenn man ihn dem damaligen Eigentümer abkauft. Der Verkaufspreis von zwei Millionen Franken für die sanierungsbedürftige Hotel- und Parkanlage stellte dazumal eine sehr grosse Summe dar, und niemand war bereit, das Geld zu investieren.

Wen haben sie denn um Geld gefragt?
Die erwähnte Arbeitsgruppe hatte alles versucht! Sie hatte mit Vertretern des Kantons und der Standortgemeinde, mit Banken und allen möglichen erdenklichen Geldgebern gesprochen, um Geld für die Rettung des Giessbach zu erhalten. Doch alle sagten «Nein», mit den immer gleichen Begründungen: Das habe doch keinen Sinn, und es sei besser, diesen «alten Kasten» abzureissen.

Und als die Giessbach-Rettung aussichtslos schien, tauchte Ihr Vater als weisser Ritter auf.
(lacht) Ein schönes Bild, aber es gibt noch ein anderes schönes Bild für die Erzählung der Rettungsgeschichte: Rudolf von Fischer griff zum Telefonhörer und wählte die Nummer der Fondation Franz Weber.

Rudolf von Fischers Anruf an Franz Weber bildet sozusagen den Anfang der Geschichte des Giessbach-Wunders?
Rudolf von Fischer bat meinen Vater um Hilfe, weil er wusste – wie er selber  später auch immer wieder betonte –, dass nur noch Franz Weber da helfen kann! Dieser Mann, der mit seinen Kampagnen schon so viel bewirken und retten konnte, vom Oberengadin über den Lavaux, Delphi in Griechenland, Les Baux-de-Provence bis zum Verbot der Robbenjagd. Wie Sie richtig sagen, bildete der Anruf den Auftakt zu jener wundersamen Geschichte, auf welche wir hier zurückblicken. Nach dem Anruf folgten unzählige Sitzungen mit meinem Vater, meiner Mutter und der Arbeitsgruppe.

Nach anderthalb Jahren Kampagnenarbeit hatte Franz Weber das Unmögliche möglich gemacht: Knapp zwei Millionen Franken waren zusammengekommen. Der geforderte Kaufpreis konnte bezahlt werden …
… und dann wollte der Besitzer plötzlich eine Million mehr! Das war ein Schlag, der meinen Vater tief traf und kurz aus dem Gleichgewicht brachte, obwohl er sich Etliches gewohnt war. Er war drauf und dran, den Bettel hinzuschmeissen, und sagte: Dann lassen wir das und geben das Geld allen Gönnern zurück.

Weshalb hat er dann doch nicht aufgegeben?
Wegen dem Schweizervolk! Denn die gewaltige Unterstützung seiner Kampagne bei all den tausenden von Einzelspendern übertraf auch die optimistischsten Erwartungen. Und dieser Erfolg bei der Bevölkerung liess auch die Politik und die Behörden, die bis anhin jegliche finanzielle Unterstützung verweigerten, nicht unberührt, und sie setzten sich in Bewegung. Die Gemeinde Brienz und der Kanton Bern bewilligten ein zinsloses Darlehen von je 500’000 Franken. Damit standen die drei Millionen bereit, um Giessbach zu kaufen und zu retten.

Und wie ging dann der Giessbach-Kauf über die Bühne?
Am 16. November 1983 fuhren meine Eltern zum Notar und kauften Giessbach im Namen der im selben Jahr gegründeten Stiftung «Giessbach dem Schweizervolk».

Nach all der aufreibenden Kampagnenzeit mit Nonstop Tag- und Nachtarbeit gestaltete sich also der Tag des Erfolges ziemlich unspektakulär.
Das war typisch für meinen Vater: Er gab alles für den Kampf, für die Sache, doch beim Feiern über das Erreichte nach getaner Arbeit hielt er sich zurück. Er war immer in Aktion, zum entspannten Genuss fehlte ihm das Talent (lacht). Aber eine kleine Anekdote zum Tag des Kaufs gibt es dennoch: Meine Eltern sassen im Auto, um vom Notarbüro zurück nach Hause nach Montreux zu fahren. Da kam ihnen in den Sinn, dass sie doch unbedingt eine Erinnerung an diesen Tag haben sollten. So machten sie Halt bei einem Holzschnitzerei-Laden, kauften eine schöne grosse Holz-Kuh und liessen darauf das Datum 16. November 1983 einschnitzen.

Existiert diese «Verschreibungs»-Kuh noch?
Selbstverständlich! Sie hatte immer einen Ehrenplatz im Wohnzimmer meiner Eltern. Nun hüte ich sie wie meinen Augapfel. Und sie wird auf das 40. Jubiläumsjahr der Wiedereröffnung des Giessbach viele kleine Kuhschwestern erhalten (lacht).

Kuhschwestern …?
Wir werden aus einer im Naturpark Giessbach gefallenen Esche bei Marc Trauffers Firma in Hofstetten bei Brienz kleine Holzkühe mit dem Giessbach-Signet in limitierter und nummerierter Anzahl herstellen lassen. Der Verkaufserlös aus diesen Holzkühen geht an die Stiftung Giessbach als Kostendeckungs-Beitrag und hilft mit, den aufwendigen Naturpark-Unterhalt zu decken.

Sie geben mir das Stichwort für die nächste Frage: Das Hotel war zwar gekauft, doch woher sollte nun das Geld für den immensen Sanierungsaufwand und andere nötige Investitionen stammen?
Da kam die zweite geniale Idee meines Vaters ins Spiel: eine Aktiengesellschaft für den Betrieb des Hotels zu gründen und die Aktien für damals 500 Franken zu verkaufen. Über all die Jahre kamen so rund 15 Millionen Franken zusammen. Damit konnte das Hotel nach und nach saniert, renoviert und sanft erneuert werden. In der ersten Saison 1984 eröffnete das Hotel mit dem neuen Parkrestaurant und ein paar noch nicht renovierten Zimmern. Erst 1992 war dann die gesamte Grunderneuerung abgeschlossen.

Demnach waren Ihre Eltern noch lange nach der Rettung mit dem Projekt Giessbach beschäftigt?
Allerdings! Mein Vater war andauernd damit beschäftigt, Geld für Giessbach aufzutreiben, namentlich für den Unterhalt des 22 Hektare grossen Parks. Er organisierte private Darlehen oder lancierte kreative Geldbeschaffungsaktionen wie der ideelle Quadratmeterverkauf des Naturparks. Dank seiner Ideen und seines Tatendrangs kam tatsächlich immer wieder Geld rein, um finanziell schwierige Zeiten zu überleben. Ein weiteres Beispiel: Da Giessbach keine Möbel aus der Belle Epoque hatte und auch kein Geld für den Kauf einer entsprechenden Ausstattung vorhanden war, rief er per Inserat zum Spenden von antiken Möbeln auf. Innert kurzer Zeit wurden lastwagenweise die schönsten Möbel angeliefert.

Ihr Vater organisierte Geld und Sachwerte für Giessbach. Was war die Aufgabe Ihrer Mutter nach der Rettung des Giessbach?
Sie gab Giessbach die Seele zurück, wie es mein Vater so schön auszudrücken pflegte. Sie war Innenarchitektin, Umbauleiterin, Dekorateurin, Vorhangschneiderin und arbeitete unermüdlich und unentgeltlich für Giessbach! Vieles, was man heute noch im Hotel sieht, stammt von meiner Mutter. Speziell erwähnen möchte ich hier ihre Malereien in der Nische «La Gloriette» im Parkrestaurant. Der Einsatz meiner Mutter für Giessbach endete erst mit ihrem Tod am 13. November 2021. Bis dahin arbeitete sie als Stiftungsrätin, sie stand mir mit Rat und Tat zur Seite, und kein schriftliches Dokument ging raus, ohne dass sie es vorher korrigiert oder redigiert hatte. Ihr Wortschatz und ihre Textsicherheit waren einzigartig!

Die Geldbeschaffung des Giessbach begleitet die Stiftung bis zum heutigen Tag. Immer wieder rufen Sie zu Spenden auf. Schreibt das Hotel keine schwarzen Zahlen?
Das Hotel sehr wohl! Es ist nahezu zu 100 Prozent ausgebucht. Dank eines Topteams können wir diese Aufgabe hervorragend bewältigen. Aber aus dem Erlös des Hotel- und Restaurationsbetriebs kann der Aufwand für den Unterhalt der Naturparklandschaft, insbesondere auch jener für die Standseilbahn, nicht gedeckt werden. Wir sind derzeit daran, Ideen zu entwickeln, um zusätzliche Einnahmen für den Naturpark zu generieren.

Blenden wir zurück in die Zeit nach der Rettung und Wiedereröffnung im Jahre 1984. Sie waren damals neuneinhalb Jahre jung. An welche -Ereignisse erinnern Sie sich gerne?
Oh, da könnte ich stundenlang erzählen. Da war einmal mein geliebter Onkel Fritz Kreis, der Bruder meiner Mutter. Er hatte zu Beginn der 1960er-Jahre die Hotelfachschule in Luzern abgeschlossen und arbeitete in vielen Ländern wie Italien, Spanien, Panama und Mexiko als erfolgreicher Hoteldirektor. Seine letzte Direktoren-Stelle in Übersee hatte er in einem ganz speziellen Hotel: im «Holiday Inn» in Laguna Hills, Kalifornien. Dieses Hotel in einer spanischen Villa war komplett im antiken Stil eingerichtet. Es war deshalb naheliegend, ihn anzufragen, ob er den Direktorenposten im Giessbach übernehmen möchte. Der perfekt fünfsprachige Topmanager liess sich für diese Herausforderung begeistern und führte das Hotel fast 20 Jahre lang mit grossem Erfolg.

Die Giessbach-Retter waren Ihre Eltern, der Direktor Ihr Onkel, was noch fehlte, war ein Posten für die kleine Vera.
(lacht) Ich wollte unbedingt auch Teil des Giessbach-Teams werden. Mein Wunsch wurde erhört, und so lebte ich in den Schulferien sowie an jedem Wochenende im Giessbach. Ich arbeitete, bis ich zwanzig war, überall mit, wo man mich brauchen konnte: In der Lingerie, am Buffet, an der Selbstbedienung, bei der Zimmerreinigung, im Service, einfach überall. Der Giessbach wurde zu meiner Familie und bleibt es bis zum heutigen Tag und hoffentlich noch lange.

Haben Sie deshalb die Hotelfachschule absolviert?
Die Arbeit im Giessbach war generell wegweisend für mich. Bereits mit 14 Jahren wusste ich, dass ich die Hotelfachschule Luzern absolvieren will, wie mein Onkel. Natürlich war der Gedanke da, eines Tages Giessbach operativ zu führen, aber ich wollte vor allem einen Beruf wählen, bei dem man fast alles lernt, was man braucht, um im Berufsleben zu bestehen. Zudem wollte ich einen Beruf erlernen, den man überall auf der Welt ausüben kann. (lacht) Ich wählte den Beruf quasi als eine Lebensversicherung.

Und nun führen Sie im Giessbach-Jubiläumsjahr den Hotelbetrieb …
Das hat mit dem geschilderten Berufswunsch nichts zu tun. Ich bin in einer Notsituation interimistisch eingesprungen, bis die richtige Person gefunden werden kann.

Zufall oder Schicksal mit Symbolwirkung?
Wie Sie wollen, jedenfalls war es nicht meine Absicht. Denn im Jahre 1999, als ich das eidg. diplomierte Hotelier-Diplom in der Tasche hatte, wurde mir bewusst, dass ich keine Hotel-Karriere anstreben, sondern in die Fondation Franz Weber einsteigen will. Mein Vater war damals über siebzig Jahre alt und meine Mutter auch weit über dem Pensionsalter. Meine Absicht war es, so viel wie möglich von meinen Eltern zu lernen, da ich innerlich wusste, dass ich die Arbeit meiner Eltern einmal weiterführen würde.

Doch Giessbach blieb eine Herzenssache?
Es kristallisierte sich heraus, dass ich nicht nur bei der Fondation Franz Weber, sondern auch beim Giessbach dereinst die Verantwortung übernehmen konnte. Ich wurde Verwaltungsrätin und übernahm viele Jahre das Marketing, die Werbung, Medienarbeit und Public Relations für Giessbach und arbeitete eng mit meinem Onkel zusammen. Und nach dessen Pensionierung als Hoteldirektor im Jahr 2002 auch mit seinen Nachfolgern.

Seit bald zehn Jahren sind Sie Giessbach-Präsidentin. Haben Sie einen Wunsch für das Jubiläumsjahr?
Giessbach sollen wir weiterhin als historische, naturverbundene Welt für die Allgemeinheit, hegen und pflegen können. Wir möchten dafür sorgen, dass diese Welt behutsam als Naturpark weiterentwickelt wird und für immer auf sicheren Füssen steht. Dafür braucht es die Unterstützung von Gönnerinnen und Gönnern, dafür braucht es immer wieder ein Giessbach-Wunder!

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