13.07.2021
Fondation Franz Weber

Medienmitteilung: Geplantes Grossaquarium «Shark City» endgültig gescheitert!

Kein Gefängnis für Haie! Das vor einigen Jahren projektierte Grossaquarium «Shark City» im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Pfungstadt (D) konnte verhindert werden. Zusammen mit den Partnerorganisationen ElasmOcean, PETA Deutschland, sowie der Bürgerinitiative Pfungstadt, hat sich die Fondation Franz Weber unermüdlich gegen das unsinnige Grossprojekt eingesetzt. Mit Erfolg!

Die Mehrheit der Pfungstädter Stadtverordneten haben am 12. Juli 2021 auf einen Antrag der Grünen Fraktion hin dafür gestimmt, den 2017 gefassten Beschluss zum Verkauf zweier Grundstücke an die Planer von «Shark City» aufzuheben. Die Eröffnung des deutschen Hai-Grossaquariums «Shark City», das mit bis zu 36 Haiarten und vielen weiteren Fischen ausgestattet werden sollte, war ursprünglich für das Jahr 2018 geplant, wurde immer wieder verschoben und der Kaufvertrag nie abgeschlossen. Nun steht fest: Das antiquierte Monsterprojekt ist endgültig gescheitert!

Grossaquarien – Projekte von gestern
In der Schweiz hat im Mai 2019 die Stimmbevölkerung von Basel den Bau des Grossaquariums «Ozeanium», ein Projekt des Basler Zoos, an der Urne verhindert, und damit Tausenden von Tieren ein trauriges und qualvolles Dasein erspart. Das «Aquatis» in Lausanne, das sich als das grösste Süsswasseraquarium Europas rühmt, obwohl es auch marine Zierfische sowie gefährdete Grossechsen und Säugetiere hält, hatte noch bei der Eröffnung 2018 mit jährlich 450’000 Eintritten gerechnet. Tatsächlich kamen im Eröffnungsjahr nur 380’000 Besucherinnen und Besucher. Seither verzeichnete das «Aquatis» jedes Jahr nur eine geringe Anzahl an Eintritten. 2020 wurden noch 240’000 Eintritte verbucht. Als Grund wurden insbesondere ausbleibende Besucherzahlen aufgrund der Covid-19-Pandemie genannt. Das ist ein hilfloser Erklärungsversuch, denn realistisch betrachtet werden sich die Leute allmählich gewahr, dass Aquarien eine Form von Tierquälerei darstellt. Vera Weber, Präsidentin der Fondation Franz Weber, formuliert es dezidiert: «Immer mehr Menschen sehen schlicht keinen einzigen Grund mehr, Tiere hinter Glas zu sperren und sie bezeichnen Aquarien deshalb zurecht als ein Konzept aus der Vergangenheit.»

Aquarienbetreiber und Zoos legitimieren das Ausstellen von Meerestieren immer wieder mit fadenscheinigen Argumenten zum Artenschutz und zur Umweltbildung. Fakt ist jedoch: Wir zählen so viele Meeresaquarien wie noch nie auf der Welt, wo hingegen die Meere und deren Bewohner bedrohter sind als je zuvor. Angefangen vom Fang über den Transport bis hin zum Ausstellen der Meeres- wie Süsswasserbewohner in Aquarien, all das bedeutet für die betroffenen Tiere unendlich viel Leid. «Eine artgerechte Haltung von Meerestieren ist praktisch unmöglich», bringt es Dr. Monica V. Biondo, Meeresbiologin der Fondation Franz Weber, auf den Punkt. Haie legen zum Beispiel in ihren natürlichen Lebensräumen hunderte Kilometer zurück. In Aquarien hingegen verletzen sich viele Fische, sie erleiden Deformationen oder werden verhaltensgestört und aggressiv. Das bittere Ende ist dann ein einsamer Tod hinter Glas.

Die Fondation Franz Weber ist hocherfreut über den Entscheid der Pfungstädter Stadtverordneten und macht sich weiterhin stark für den Schutz der Meere und ihrer wertvollen Lebewesen.

 

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