01.04.2017
Fondation Franz Weber

Nun ist der Handel mit Robbenprodukten endgültig verboten

Seit 1. April 2017 ist endlich auch in der Schweiz der Import und Handel mit Robbenprodukten verboten. Damit hat die Fondation Franz Weber ein weiteres grosses Ziel erreicht.

«Unsere jahrelange Hartnäckigkeit hat sich gelohnt!» Vera Weber ist erleichtert und erfreut. Die Präsidentin der FFW konnte vor sieben Jahren den damaligen Nationalrat Oskar Freysinger für den Schutz der Robben gewinnen. Seine Motion ist jetzt endlich umgesetzt worden. Vera Weber war mehrere Male Augenzeugin im kanadischen Neufundland und musste zusehen, mit welcher Grausamkeit die Jungrobben abgeschlachtet werden. «Diese Bilder gehen einem nicht mehr aus dem Kopf!» Wegen ihres Einsatzes gegen die Robbenjagd wurde sie auch wiederholt von den Jägern bedroht.

Doch mit unbeugsamer Beharrlichkeit gelang es ihr, genau jene Bilder, die sich einbrennen, auf Video zu bannen und damit die Öffentlichkeit in der EU und der Schweiz aufzurütteln. «Kein vernünftiger Mensch will heute noch Robbenprodukte kaufen. Die Märkte dafür machen dicht», sagt Vera Weber. «Es ist nun wirklich höchste Zeit, dass Kanada unter das grausame und sinnlose Robbenschlachten einen endgültigen Schlusspunkt setzt.

Symbolträchtig
Der Schutz der Robben gehört zu den erfolgreichsten und symbolträchtigsten Kampagnen der FFW. Seit 1975 kämpft die Stiftung für ein Ende der grausamen Robbenjagd. Mit Brigitte Bardot an seiner Seite erreichte FFW-Begründer Franz Weber 1983 ein 12 Jahre dauerndes
Jagdverbot für Robben – und dass die neugeborenen, noch weissen Robbenbabys überhaupt nicht mehr getötet werden dürfen.

2006 begleiteten Medienleute und ein EU-Parlamentarier Vera Weber auf die Packeisfelder von Labrador, um die Jagd auf Robbenbabys zu beobachten. Die Mitglieder der europäischen Delegation wurden Augenzeugen bestialischer Grausamkeit. Und sie wurden selber Opfer rücksichtsloser Aggression – sowie lebensgefährlicher Rammstösse durch Fahrzeuge der Robbenjäger gegen fahrende Autos der Beobachter, wie eine Reportage des SRF zeigte. Dies veranlasste das Europaparlament 2009 zur Einführung eines Embargos gegen Robbenprodukte. Ein bahnbrechender Sieg für die FFW, für den Tierund den Artenschutz.

Wachsam bleiben
Kanada und Norwegen fochten das EU-Embargo vor der Welthandelsorganisation (WTO) an. Doch die WTO wies die Anfechtung aus Erwägungen der «öffentlichen Moral» zurück, und ein Berufungsgremium stützte 2014 den Entscheid. Derweil scheiterte in der Schweiz 2010
die erste Motion Freysinger gegen die Einfuhr von Robbenerzeugnissen nur am Ständerat. Daraufhin reichten die FFW und OceanCare 2011 eine Petition mit rund 100000 Unterschriften ein, die in der Schweiz ein Verbot solcher Importe forderte. Gleichzeitig reichte der damalige Nationalrat Oskar Freysinger eine entsprechende, zweite Motion ein, die der Nationalrat 2012 erneut klar annahm.

Nach dem Entscheid der WTO 2014 nahm auch der Ständerat das Einfuhrverbot endlich an, welches nun seit 1. April in Kraft ist. Die internationalen Handelsbeschränkungen haben einen weltweiten Preiszerfall für Robbenfelle bewirkt. Die Robbenjagd ist kaum noch profitabel; die Fangzahlen sinken. Noch verkrallt sich aber Kanada in die Robbenjagd. Umso wichtiger ist es gerade deswegen, dass nach den USA, der EU, Mexiko und Russland nun auch die Schweiz ein Handelsverbot kennt. Bis Kanada endlich seine unsinnige Haltung aufgibt, bleibt die FFW wachsam und engagiert sich weiterhin gegen das Abschlachten der Jungrobben.

 

Mehr Informationen:

  • Unsere Projektseite «Robben»
  • Dieser Artikel wurde erstmals im Journal Franz Weber 120 publiziert. Die PDF-Version aller bisheriger Journale finden Sie hier.
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