13.03.2024
Fondation Franz Weber

Medienmitteilung: Friedhof Hörnli: Umsiedlung der verbliebenen Rehe in den Kanton Jura

Anfang 2023 hat die Fondation Franz Weber im Auftrag des Kantons Basel-Stadt 21 Rehe vom Friedhof am Hörnli in den Kanton Jura umgesiedelt. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt folgten von Ende Januar bis Mitte März vier weitere Fangtage an denen 16 Rehe gefangen wurden und sicher in den Kanton Jura umgesiedelt wurden. Dieses Jahr befanden sich weniger Rehe auf dem Friedhof als anfangs angenommen.

Gestützt auf eine wissenschaftliche Zählung, welche die Fondation Franz Weber (FFW) Mitte Dezember 2020 durchgeführt hatte und dazugezählte Geburten, war davon auszugehen, dass Anfang 2023 gegen 60 Rehe auf dem Friedhof Hörnli gelebt haben. Mit den drei Einfangaktionen im Februar und März 2023 konnten 21 Rehe in den Kanton Jura umgesiedelt werden. Es verblieben somit rund 40 Tiere auf dem Friedhof.

Berichte der Friedhofsgärtnerinnen und -gärtner, welche die Tiere während ihrer Arbeit regelmässig beobachten konnten, liessen aber bereits im Laufe des letzten Jahres darauf schliessen, dass sich nach den ersten Einfangaktionen deutlich weniger als 40 Rehe auf dem Friedhofsareal aufhielten. Die involvierten Wildtierexpertinnen und -experten gehen davon aus, dass die ersten Einfangaktionen das Verhalten der Rehe nachhaltig geprägt und diese teilweise dazu veranlasst haben, den Friedhof selbstständig in Richtung Riehener Wald zu verlassen. Die Tiere hatten hierzu immer mal wieder Gelegenheit, da die Friedhofstore von den Besuchenden teilweise nicht geschlossen wurden.

Mit der kurz vor der letzten Einfangaktion durchgeführten wissenschaftlichen Zählung mit Wärmebildkameras und Scheinwerfern, wurden 6 Rehe gezählt. An der heutigen, letzten Einfangaktion konnten 4 Rehe gefangen werden. Diese vergleichsweise tiefe Zahl liegt in der geringeren Anzahl Rehe auf dem Friedhof begründet. Es werden keine weiteren Fangaktionen durchgeführt, da die Trächtigkeit der Weibchen jetzt zu weit fortgeschritten ist.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt des FFW-Umsiedlungsprojekts: Durch das erfolgreiche Einfangen der Rehe konnten um 40 Wildhüterinnen und -hüter, Biologinnen und Biologen, den praktischen Teil der seit drei Jahren vom Bund vorgeschriebenen Ausbildung für das Fangen von Wildtieren zu Management- und Forschungszwecken abschliessen.

Dank den vier Einfangaktionen von Ende Januar bis Mitte März 2024 wurden somit weitere 16 Rehe und insgesamt 37 Rehe in verschiedene Regionen des Kantons Jura wohlauf und ohne Zwischenfälle freigelassen. Allerdings konnte heute ein Reh verletzt in einer Hecke gefunden werden, das umgehend eingeschläfert wurde. Es lässt sich nicht feststellen, ob sich das Reh während der Fangaktion verletzt hat oder bereits davor.

Die Bilanz dieser seit 2023 durchgeführten Operationen ist sehr positiv. Sie haben es ermöglicht, eine komplexe Situation durch die Einführung von Alternativen für das Wildtiermanagement zu lösen.

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