14.05.2020
Fondation Franz Weber

Medienmitteilung: Rehe auf dem Friedhof Hörnli – Die FFW fordert Wildtiermanagement und sofortigen Stopp der Abschusspläne

Gemeinsam mit Tochterorganisation Helvetia Nostra ergreift die Fondation Franz Weber (FFW) rechtliche Schritte, um den Abschuss der Rehe auf dem Friedhof am Hörnli in Riehen (BS) zu verhindern.

Die Basler Stadtgärtnerei und die Gemeinde Riehen verlangen vom Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt eine Genehmigung zum Abschuss wilder Rehböcke auf dem Friedhof am Hörnli. Seit Jahren sind die Rehgruppen auf dem etwa 54 Hektaren grossen Friedhof – und damit dem grössten der Schweiz – zu Hause. Nun sollen etliche Tiere erschossen werden. Vera Weber, Präsidentin der Fondation Franz Weber, findet dafür klare Worte: «Es ist absolut unmoralisch, für den vorgeblichen ‚Schutz‘ von Blumen, Pflanzen und Grabschmuck friedliche Tiere zu töten.»

Der Abschuss der Rehe ergibt keinen Sinn. Neue Rehgruppen werden schlicht vom angrenzenden Wald auf den Friedhof wandern, denn faktisch handelt es sich beim Friedhof am Hörnli um einen ruhevollen Waldfriedhof, welcher im kantonalen Inventar der schützenswerten Naturobjekte erfasst ist. Mit seinen grosszügig angelegten Waldflächen und Lichtungen wurde ein fliessender Übergang zwischen Wald und Friedstätte geschaffen, womit Wildtiere sich frei bewegen und wohl fühlen – und dies zur Freude und zum Trost vieler Baslerinnen und Basler, welche den Friedhof am Hörnli genau für diese nahe Begegnung mit Rehen und weiteren Tieren äusserst schätzen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, unerwünschte Rehe von Flächen fernzuhalten. «Wenn man Pflanzen nutzt, die den Rehen nicht schmecken, hat man bereits sehr viel weniger Rehschäden», führt Dr. Monica Biondo, Leiterin Forschung und Naturschutz der FFW, aus. Auch eine Kombination aus optischer, akustischer und vor allem geruchlicher Vergrämung und anderen Massnahmen würde die gewünschte Wirkung erzielen am Hörnli. Bedingung für die Umsetzung dieser Massnahmen sind der gemeinsame Wille von Stadtgärtnerei und Jagdaufsicht des Kantons, ein fortschrittliches Konzept zur Friedhofsbetreuung in Frieden mit den dort lebenden Rehen zu erarbeiten, statt die Tiere als ungewollte ‚Störenfriede‘ zu erschiessen.

Helvetia Nostra und die Fondation Franz Weber intervenieren heute durch Rechtsanwalt Dr. Heinrich Ueberwasser rechtlich bei der Verwaltung:

  • Sofortiger Stopp der Pläne, Rehe abzuschiessen.
  • Es soll gemeinsam ein Wildtiermanagement ausgearbeitet werden.
  • Der Friedhof am Hörnli soll unter Einbezug von Wald, Lichtungen, Landschaft und Wildtieren auf der historischen Konzeption basierend betrieben und weiterentwickelt werden, wie sie der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt in der Beantwortung vom 4. März 2015 auf die Interpellation von Heinrich Ueberwasser betreffend «Rehe und andere Wildtiere auf dem Friedhof Hörnli» beschreibt.
  • Sofern die Verwaltung nicht umgehend ihre Absichten offenlegt und den Abschuss von Rehen auf dem Friedhof am Hörnli aussetzt, wird Helvetia Nostra gerichtliche Schritte ergreifen.

 

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