16.11.2020
Vera Weber

Offener Brief zum Hafenbecken 3: Erheben Sie Ihre Stimme für die Natur!

Vera Weber, Präsidentin der FFW, wendet sich in einem Offenen Brief zur bevorstehenden Volksabstimmung über den millionenteuren Bau eines neuen Hafenbeckens an die Baslerinnen und Basler.

Offener Brief

Basel, den 14. November 2020

Erheben Sie Ihre Stimme für die Natur: NEIN ZUM HAFENBECKEN 3 am 29. November 2020

Liebe Baslerinnen und Basler
Klimaschutz ist für uns alle ein zentrales Anliegen. Ihn als Vorwand für ein Projekt zu missbrauchen, das in der Realität vom Bund geschützte Natur zerstört und das Klima zusätzlich belastet, ist heuchlerisch. Genau das tun die Befürworter des Hafenbecken 3!

Der geplante Hafen ist Teil eines Grossprojekts, das im Kleinbasel einen riesigen neuen Container-Umschlagplatz vorsieht. Dafür soll der letzte grosse Naturraum der Stadt Basel kaputt gemacht und der heutige Hafen zum Wohngebiet werden. Entgegen allen Empfehlungen von WissenschafterInnen aus dem In- und Ausland will die Basler Regierung dazu Hand bieten!
Insbesondere aus drei Gründen appelliere ich heute im Namen des Referendumskomitees an Sie, dieses schädliche Projekt abzulehnen:

1. Geheuchelter Klimaschutz
Die von den Befürwortern prognostizierte Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse und dem Wasser auf die Schiene ist reine Spekulation. Sie wird im realen Warenumschlag am künftigen Hafenbecken 3 keine Realität werden, denn ein solcher Zwischenverlad ist ineffizient und unrentabel. Das bestätigen die Fachleute aus der Transport- und Logistikbranche, die dieses Geschäft von Grund auf kennen.
Realistisch ist eine enorme Zunahme des Lastwagenverkehrs als Folge des neuen Hafenbeckens und dem damit verbundenen Container-Terminal. Mehr Verkehr, mehr Beton, mehr Luftverschmutzung, mehr Lärm… Das ist das Gegenteil von Klimaschutz!

2. Ein Naturraum von nationaler Bedeutung wird zerstört
Für das Hafenbecken 3 müsste ein einmaliger Lebensraum für Tiere und Pflanzen von nationaler und internationaler Bedeutung auf einer Fläche so gross wie 30 Fussballfelder zerstört werden. Ein «angemessener Ersatz» der zerstörten Naturschutzflächen ist nicht möglich:
Die dort lebenden Tiere und Pflanzen können nicht einfach umgesiedelt werden ‒ sie würden unweigerlich ihr Leben verlieren. Als Gegengewicht zur innerstädtischen Verdichtung und zunehmenden Urbanisierung müssen wir in der Schweiz solche seltenen Flächen unbedingt erhalten für Tier, Mensch und Natur.

3. Der Bund hat das Gebiet geschützt
Das Hafenbecken 3 soll in einem eidgenössisch geschützten Gebiet gebaut werden. Das Bundesrecht verbietet die Zerstörung solcher Flächen ausdrücklich. Damit ist der Bau des Hafenbecken 3 am geplanten Ort gar nicht möglich. Denn der Bundesrat hat den Schutz der Naturfläche nicht aufgehoben.

Aus unserer Sicht sind deshalb jegliche bisherigen und künftigen Investitionen in das Hafenbecken 3 schlicht hinausgeworfenes Geld und Verschwendung wertvoller Steuerfranken.

Gemeinsam mit dem Referendumskomitee bitte ich Sie, am 29. November ein NEIN in die Urne zu legen. Sie werden damit einen immens wichtigen Naturraum für kommende Generationen in Basel erhalten, und uns alle vor den gravierenden Folgen eines verkehrsreichen, lärmigen und unsinnigen Projekts bewahren.

Mit bestem Dank für Ihre Unterstützung,
Vera Weber, Präsidentin FFW
Heimatberechtigt in Basel-Stadt

 

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