09.03.2020
Fondation Franz Weber

Petition: Kein Import von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten!

Sowohl die im Ausland üblichen Methoden der Pelztierjagd als auch die Haltungsbedingungen in kommerziellen Pelztierzuchtbetrieben – aus denen 85% der Pelze stammen – erfüllen gemäss Schweizer Tierschutzgesetz klar den Tatbestand der Tierquälerei. Es braucht endlich ein Importverbot von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten!

Für die Herstellung von Pelzen erleiden die Tiere unvorstellbare Qualen: Bei der Pelztierjagd kommen Tellereisen, Schlingen- und Totschlagfallen zum Einsatz. In Pelztierfarmen werden die Tiere häufig in viel zu engen Käfigen mit Drahtgitter-Böden gehalten. Und bei der Tötung der Tiere kommt es immer wieder vor, dass die Tiere nur unzureichend oder gar nicht betäubt und bei lebendigem Leib gehäutet werden. Diese grausamen Methoden, die leider immer noch Gang und Gäbe sind in der Pelzgewinnung, widersprechen grundlegenden Wertvorstellungen der Schweizer Bevölkerung. Trotzdem werden nach wie vor Unmengen an solch quälerisch erzeugten Pelzprodukten in die Schweiz eingeführt.

Zwar gibt es in der Schweiz seit 2013 eine Pelzdeklarationsverordnung, welche eingeführt wurde, um die Importzahlen zu senken und den Kunden eine fundierte Kaufentscheidung zu ermöglichen. Jedoch führte diese aufgrund inhaltlicher Mängel und gravierender Defizite in der Umsetzung bisher nicht zur notwendigen Transparenz. Im Gegenteil: Es hat sich gezeigt, dass 70% der kontrollierten Geschäfte ihre Pelzprodukte nach wie vor ungenügend oder gar nicht deklarieren. Stichproben von Behörden, Tierschutzorganisationen und Medien haben ebenfalls aufgedeckt, dass Konsumenten bei kritischen Fragen zur Pelzproduktion häufig gezielt in die Irre geführt und so zum Kauf animiert werden. Zudem könnte selbst eine optimal ausgestaltete und umgesetzte Deklarationspflicht nicht verhindern, dass tierquälerisch gewonnene Pelzwaren weiterhin eingeführt und verkauft werden.

Aufgrund dieser Tatsachen drängt sich der Erlass eines Importverbots für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte auf. Nur mittels eines Verbots lässt sich verhindern, dass die Schweiz durch eine inländische Nachfrage Pelzgewinnungsmethoden im Ausland fördert, die ein solches Tierleid verursachen, und von einem überwiegenden Teil der Schweizer Bevölkerung klar abgelehnt wird.

Ein solches Importverbot wäre auch mit den internationalen Handelsverpflichtungen der Schweiz vereinbar. In der Schweiz bestehen bereits heute schon vom Tierwohl motivierte Einfuhrverbote, wie beispielsweise das durch das Engagement der Fondation Franz Weber entstandene EU-Importverbot von Robbenprodukten, welches 2017 endlich auch hierzulande übernommen wurde.

In der vergangenen Wintersession hat Nationalrat Matthias Aebischer die Motion 19.4425 «Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte» eingereicht, um den oben genannten Praktiken ein Ende zu setzen. Die Motion will den Bundesrat damit beauftragen, gestützt auf seine Kompetenz in Artikel 14 Absatz 1 TSchG, ein Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte zu erlassen.

Um die Dringlichkeit der Motion zu unterstützen, haben mehrere Tierschutzorganisationen, darunter auch die Fondation Franz Weber, eine Petition gestartet: Die eidgenössischen Parlamentarierinnen und Parlamentarier in Bundesbern werden mit der Petition aufgefordert, die von Nationalrat Aebischer eingereichte Motion zu unterstützen.

Denn nur ein Pelzimportverbot wird verhindern, dass tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte ihren Weg in Schweizer Läden finden. Unterschreiben Sie jetzt diese wichtige Petition und helfen Sie uns dabei, die Petition weiter zu verbreiten!

 

Weitere Informationen:

  • Online-Petition «Kein Import von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten»
  • Zum Projekt der Fondation Franz Weber «Nur Tiere dürfen Pelzträger sein! » –
  • SRF DOK-Sendung «Pelz aus Zucht – Das Leiden von Polarfuchs und Marderhund in Finnland»