31.01.2020
Helvetia Nostra

Unverständlich: ZKB beharrt auf «ZüriBahn» und zieht Urteil des Baurekursgerichts weiter

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat zu ihrem 150-jährigen Jubiläum ein Seilbahnprojekt über das Zürcher Seebecken geplant. Durch das Projekt wird das sensible Ökosystem des Seeufers, welches als regionaler Erholungsraum für die Bevölkerung dient, gefährdet und massiv gestört. Helvetia Nostra hatte deshalb gegen das abstruse Profilierungsprojekt Einsprache erhoben, welche zuletzt vom Baurekursgericht bestätigt wurde. Doch nun geht der Kampf gegen das Seilbahnprojekt in eine weitere Runde. Die ZKB beharrt auf dem Bau ihrer «ZüriBahn».

Im Juni 2019 hatte Helvetia Nostra Einsprache erhoben gegen den kantonalen Gestaltungsplan «Seilbahn Mythenquai — Zürichhorn (ZüriBahn)», welcher von der kantonalen Baudirektion Zürich festgesetzt und am 24. Mai 2019 aufgelegt worden war.

Die Rekurse von Helvetia Nostra und anderen Parteien gegen die Gestaltungsplanung des Seilbahnprojekts hiess das Zürcher Baurekursgericht Mitte Dezember 2019 gut. Dies primär wegen dem fehlenden Eintrag der Seilbahn im kantonalen Richtplan, aber gleichzeitig auch, «weil das Gebiet von Seen raumplanerisch von Bundesrechts wegen besonderen Schutz geniesst». Weiter führte das Baurekursgericht in seiner Urteilsbegründung aus, dass ein See zwar nicht ausdrücklich einer Schutzzone zugewiesen sei, ein Vorhaben auf seinem Gebiet jedoch einer strikten Bedarfsprüfung unterliege. Dem würde das Interesse an der ZüriBahn (Jubiläum der ZKB) als Freizeitbetrieb nicht standhalten. Die ZKB habe nicht vordringlich den Betrieb von Seilbahnen oder anderen Verkehrsanlagen zum Zweck. Daher könne eine raumplanerische Ausnahme mangels genügend triftiger Interessen, aber auch wegen der Dimension des Projekts (Betrieb während fünf Jahren, inkl. Auf- und Abbau sieben Jahren) nicht gewährt werden.

Dieses Urteil konnte die ZKB nun offenbar nicht akzeptieren – obwohl ein Seilbahnbetrieb im Jubiläumsjahr 2020 der Bank, wie einst geplant, längst in keiner Weise mehr realisierbar wäre. Am 29. Januar 2020 liess die ZKB in einer Medienmitteilung verlauten, dass sie beim kantonalen Verwaltungsgericht Beschwerde einlegen wird gegen das Urteil des kantonalen Baurekursgerichts.

Helvetia Nostra wird sich in Zusammenarbeit mit der IG Seebecken Seilbahnfrei natürlich weiterhin dafür einsetzen, dieses unnötige Prestigeprojekt zu verhindern. Der Zürichsee muss vor einer solch absurden Verbauung bewahrt werden!

 

Weiterführende Informationen

Keine Hochseilbahn im Zürcher Seebecken! – Engagement der Fondation Franz Weber & Helvetia Nostra
Zum Projekt

IG Seebecken Seilbahnfrei
Zur Webseite